"Lassen Sie sich nicht beirren", schrieb der Vorsitzende der Union, der langjährige CDU-Abgeordnete und ehemalige Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski. "Führen Sie Ihr Anliegen, mehrere Straßen nach Frauen zu benennen, die in der jüngeren Geschichte Ihrer Stadt eine wichtige Rolle gespielt haben, weiter fort." Die Mischung der Namen sei "sehr beachtlich und sollte von allen Außenstehenden respektiert werden", so Dombrowski.
Stiftungsdirektor Axel Drecoll und ISK-Vizepräsident Andreas Meyer hatten zuvor die Stadt dazu aufgerufen, die Namensliste zu überdenken. Sie stießen sich dabei auch an dem Namen Gisela Gneist. Die 2007 verstorbene Bundesverdienstkreuzträgerin war nach dem Krieg Häftling im sowjetischen Speziallager. Stiftung und ISK sprachen sich gegen die "Gleichsetzung und Vermischung der zweifachen Geschichte von Sachsenhausen als Konzentrationslager und sowjetisches Speziallager" aus. Mit Gisela Gneist würden Differenzierungsbemühungen konterkariert. Drecoll und Meyer baten darum, Namen von KZ-Häftlingen zu berücksichtigen, weil sich das Neubaugebiet auf der Fläche des KZ-Außenkommandos "Zeppelin" befindet.
Der Oranienburger Henning Schluß startete am Freitag eine Online-Petition mit dem Ziel, die Straßennamen nur im Einvernehmen mit ehemaligen KZ-Häftlingen festzulegen. Linke-Fraktionschef Ralph Bujok sprach sich auf Facebook ebenfalls dafür aus.