Klemp fragt die Landesregierung, ob ihr die Notlage der Gesellschaft und die drohende Einstellung des Kulturbetriebs bekannt sei und welche Verantwortung sie zum Schutz und Erhalt des Hauses wahrnehme. Außerdem will er wissen, ob die Immobilie und das Grundstück an das Land zurückfielen, sollte der Betrieb dort nach einem Rückzug der Gesellschaft eingestellt werden. "Wie beabsichtigt die Landesregierung im Falle eines Rückfalls des Grundstücks weiter mit diesem zu verfahren? Kommt eine unentgeltliche Übertragung zur gemeinnützigen kulturellen Nutzung anderer Träger in Frage?", will Klemp wissen. Möglicherweise könnten die Stadt oder eine ihrer Tochtergesellschaften das Haus betreiben. Ob eventuell eine Übernahme der Trägerschaft durch das Land sowie der Investitionskosten möglich wäre, will Klemp im letzten Teil seiner Anfrage wissen.
Bedeutung für die Stadt
Der Lehnitzer Abgeordnete erinnert an die Bedeutung von Friedrich Wolf für Oranienburg, der in seinem Lehnitzer Haus die Geschichte der Weihnachtsgans Auguste schrieb. Neben dem nach der Gans benannten Weihnachtsmarkt vorm Schloss erinnert auch der Themenpark "Krassin rettet Italia" in der Berliner Straße an das Werk des Schrifstellers und Arztes, der das Haus mit seiner Frau Else bewohnte.
Die Stadt Oranienburg lehnt bislang die Übernahme der Gedenkstätte aus Kostengründen ab. Unter anderem hat sich auch der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann für den Erhalt eingesetzt. Die Bedeutung der gesamten Familie Wolf, zu der die Söhne Konrad Wolf (Regisseur) und der Chef der Stasi-Auslandsspionage Markus Wolf gehörten, könnten in dem noch weitgehend original eingerichteten Haus als Museum gezeigt werden.
Nächste Veranstaltungen in der Gedenkstätte: Am 24. November um 15 Uhr liest Schauspieler Gunter Schoß aus seinem Buch "Theodor Fontane: Ein Lebensbild in Anekdoten". Am 1. Dezember, 15 Uhr, liest Daniela Dahn aus ihrem Buch "Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit – eine Abrechnung."