Bei der Arbeitslosigkeit bleibt der Landkreis das traurige Schlusslicht Deutschlands. Viele Experten haben inzwischen versucht, dieses Phänomen zu erklären, doch keine plausible Antwort gefunden.
Rund 8000 Menschen in der Uckermark betreut allein das Jobcenter. Sie sind länger als ein Jahr arbeitslos, manche schon zehn oder gar zwanzig Jahre. Sie bekommen Leistungen aus Hartz IV. Ihre Zahl ist rückläufig. Erst waren es vorsichtig optimistische Prognosen des Jobcenters, im Jahresverlauf dann konstante Einschätzungen: Die allgemein sinkende Arbeitslosigkeit wirkt sich günstig auch auf die Menschen aus, die über lange Zeit keinen Job finden konnten.
In den vergangenen zwölf Monaten reduzierte sich die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger von rund 9600 auf mittlerweile etwa 7900. Bis auf leichte Anstiege im März und November vollzog sich diese Entwicklung geradezu konstant. Während des gesamten Jahres fanden 3230 Betroffene eine Arbeit. Andere Arbeitslose wiederum mussten von der Arbeitsagentur ins Jobcenter wechseln.
Die Behörde spricht von einer "durchgängig regen Nachfrage nach geeigneten Arbeitskräften". Spezial- und Fachkräfte seien ständig gesucht worden. "Dagegen ist die Nachfrage nach ungelernten Arbeitern und Helfertätigkeiten saisonbedingt und jahreszeitlichen Schwankungen unterlegen", heißt es in einer Jahreseinschätzung.
Mit der sinkenden Arbeitslosenzahl reduziert sich auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die auf Hartz IV angewiesen sind. Genau 266 weniger sind es derzeit im Vergleich zum Januar 2012. Dennoch sind allein in der Uckermark immer noch 11 516 Haushalte, Familien, Paare oder Partnerschaften auf öffentliche Hilfe des Jobcenters angewiesen.
Worüber sich die Behörde seit langer Zeit ärgert, sind Beschäftigungsverhältnisse mit Lohndumping. Denn Arbeitnehmer, die unter Niveau bezahlt werden, müssen zusätzliche Gelder und Leistungen beantragen. Sie zählen zu den sogenannten Aufstockern. Zurzeit sind es 4870 Menschen im Landkreis. Ihre Zahl ist zwar auch leicht rückläufig, doch wirft sie ein Licht auf das Lohngefüge in der Region.
Gegen Lohndumping startet das Jobcenter jetzt eine Kampagne. Man will Arbeitgeber bewegen, besser zu entlohnen. Notfalls mit sanftem Druck oder auch Einforderung der Hartz-IV-Leistungen.
Allerdings betrachtet die Behörde vor allem die Qualifizierung von Arbeitslosen als Königsweg zur Wiedereingliederung auf den Arbeitsmarkt. Vermittlungszahlen nach Umschulung und Fortbildung seien gut, so die Einschätzung im Jahresbericht. So soll auch 2013 dieser Weg beschritten werden, um "geeignete erwerbsfähige Leistungsberechtigte" mit Fortbildungsangeboten fit zu machen. Das Jobcenter bietet weiterhin die Möglichkeit von betrieblichen Trainingsmaßnahmen an. Dabei können Unternehmer und Arbeitgeber mit gezielter Begleitung zueinander finden. Am Ende soll ein fester Job mit auskömmlicher Bezahlung herauskommen.
n Der Bestand an Arbeitslosen im Bereich des Jobcenters Uckermark sank von 9606 Personen im Januar auf 7937 Menschen im Dezember.
n Die Behörde registrierte während des gesamten Jahres genau 3230 Übergänge in Arbeit. Besonders im April (409 Fälle) konnten deutlich mehr Arbeitslose einen Job finden.
n Durchschnittlich bot das Jobcenter Uckermark im vergangenen Jahr 177 Menschen Umschulungen und Fortbildungen an.
n Die Jugendarbeitslosigkeit im Hartz-IV-Bereich konnte 2012 gesenkt werden. Im Januar gab es noch 639 Jugendliche unter 25 Jahren ohne festen Job. Im Dezember reduzierte sich ihre Zahl auf 514.
n Die Anzahl der vom Jobcenter erfassten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sank von 15 603 Menschen im Januar auf 15 368 im Dezember.
n Im Dezember waren 11 516 Bedarfsgemeinschaften Hartz IV gemeldet. Im Januar lag die Zahl noch bei 11 782 Bedarfsgemeinschaften.
n Der Anteil an Erwerbstätigen, die aufstockende Leistungen aus der Grundsicherung zu ihrem Einkommen erhalten, ist zwischen Januar und Dezember von 5030 auf 4870 Personen gesunken. 390 Menschen, die Arbeitslosengeld I erhalten, sind ebenfalls auf solche Leistungen angewiesen.
n Im Dezember qualifizierten sich 471 Arbeitslose in öffentlich geförderten Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung und Eingliederung. 1373 Menschen nahmen an Beschäftigung schaffenden Maßnahmen teil.
n Zu den Förderleistungen des Jobcenters zählen Ein-Euro-Jobs, Förderung der Berufsausbildung, beschäftigungsbegleitende Maßnahmen oder der Beschäftigungszuschuss.
n 87 Personen wurden auch gesondert gefördert, beispielsweise über die Vermittlung an Schuldner- oder Suchtberatungsstellen sowie an Betreuungsangebote.