Von Oliver Schwers
Prenzlau. Alle Jahre wieder - kommen die Noroviren. Tatsächlich breiten sich die gehassten Viren zurzeit überall im Landkreis aus. Betroffen sind Kindereinrichtungen, Schulen und Pflegeheime. Die Ansteckungsgefahr steigt rasant. Das Gesundheitsamt appelliert an die Meldepflicht.
Rund 135 Fälle sind dem Gesundheitsamt der Uckermark aus allen Teilen des Landkreises seit Ende November gemeldet worden. Die Noroviren breiten sich in Windeseile aus. Sie verursachen üble Magen-Darm-Infektionen, was sich in plötzlich einsetzendem heftigem Erbrechen oder Durchfall äußern kann.
Betroffen sind insgesamt elf Landkreise in Brandenburg. Bei Häufungen von Krankheitsfällen müssen Kindertagesstätten, Schulen oder stationäre Pflegeeinrichtungen sofort das Gesundheitsamt informieren, da Kinder, kranke oder ältere Menschen zu den Risikogruppen gehören und meist zuerst betroffen sind.
Die Einrichtungen haben inzwischen Notfallpläne für das Auftreten der aggressiven Noroviren. Denn die Ansteckungszeit beträgt meist nur 6 bis 48 Stunden. "Normalerweise klingen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen wieder ab", so Amtsärztin Dr. Michaela Hofmann. "Für Säuglinge und alte Menschen sowie Abwehrgeschwächte kann ein starker Wasser- und Salzverlust aber gefährlich werden."
An Schulen werden aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr spezielle Elterninformationen ausgehängt. Das Gesundheitsamt appelliert in diesem Zusammenhang an die Eltern, Brechdurchfälle ihrer Kinder nicht zu verschweigen. "Nur so können Infektketten unterbrochen und weitere Kinder und Erwachsene vor Infektionen geschützt werden", warnt Michael Hofmann."Um eine Ansteckung mit Noroviren zu vermeiden, sollte man besonders in den Wintermonaten auf eine gute Hygiene, vor allem der Hände, achten. Mit der frühzeitigen Einleitung geeigneter Schutzmaßnahmen beim Bekanntwerden von Infektionen können diese erfolgreich eingedämmt werden." Dazu zählen zum Beispiel die sofortige Isolation der Erkrankten und eine effektive Flächen- und Händedesinfektion.