Tradition und Moderne verschmelzen im Handwerk. Moderne Technik und Innovationen verbinden sich mit traditioneller Handarbeit, Bodenständigkeit und Qualität und stehen für zukunftsfähige Betriebe. Davon ist Kreishandwerksmeister Siegfried Schön überzeugt, der zur festlichen Gesellenfreisprechung der Kreishandwerkerschaft Uckermark das Image des Handwerks aufpolierte. „Das Handwerk braucht in der Öffentlichkeit den Stellenwert, der seiner tatsächlichen Leistung entspricht“, fordert er. Die frisch gebackenen Jung-Gesellen, die am Freitagabend in Prenzlau ihre Gesellenbriefe erhielten, haben sich für einen Handwerksberuf entschieden und werden nun als Tischler, Kfz-Mechatroniker, Heizungsbauer, Elektroniker, Metallbauer, Dachdecker Maler und Lackierer oder Friseur ins Berufsleben starten.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) appellierte an die Verantwortung der jungen, gut ausgebildeten Leute, nun mit ihren Fähigkeiten ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, Brandenburgs Wirtschaft und den Ruf des Handwerks zu stärken und frischen Wind in die Uckermark zu bringen. Schon jetzt sei akuter Fachkräftemangel zu spüren, suchen Betriebe händeringend motivierten und qualifizierten Nachwuchs. Hatte Brandenburg 2006 noch 36000 Schulabgänger sind es 2013 nur 18 000. Das Handwerk sei in der Ausbildung deshalb ein zuverlässiger Partner.
Auch Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl berichtete nach seinen jüngsten Erfahrungen auf der Schwedter Ausbildungsmesse sam von den wachsenden Problemen der Betriebe, genügend geeignete Azubis zu finden. „Früher suchten junge Leute händeringend einen Ausbildungsplatz, heute suchen Betriebe händeringend Azubis“, so Polzehl. In den 15 Jahren des Bestehens der Kreishandwerkerschaft Uckermark wurden insgesamt 2645 Lehrlinge ausgebildet und auch zu einem Abschluss gebracht. Einige haben die Region verlassen, andere sind wiedergekommen, haben ihren Meister gemacht, ein Studium aufgenommen und sind inzwischen selbst Jungunternehmer. Die Anforderungen der Ausbildung im Handwerk sind allerdings hoch. Von 55 Prüflingen haben in diesem Jahrgang nur 45 die Gesellenprüfung bestanden. Bei den Friseuren haben nur drei von acht Prüflingen bestanden, von den Kfz-Mechatronikern neun von 14. Grundkenntnisse in Mathe und Deutsch seien ebenso wichtig wie die Tugenden Fleiß, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Ausdauer. Unternehmer beklagen, dass viele Schulabgänger unzureichende Kenntnisse und Motivation mitbringen, um eine anspruchsvolle Ausbildung zu meistern. Deshalb soll die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule weiter intensiviert werden, betonte Ralf Christoffers.
Nach alter Sitte wurden bei der Gesellenfreisprechung 12 Kerzen entzündet und die Lehrlinge mit dem Schulterschlag eines typischen Handwerkszeuges in den Stand eines Gesellen gehoben.
Anlagenmechaniker:
Eric Meyer (WHS Wärmetechnik Schwedt), Felix Marquering (Adolf Siebeneicher KG Prenzlau)
Dachdecker:
Florian Ernst (Fa, Th. Knappig Woltersdorf), Marcel Eschen (Fa Th. Rüdiger Wandlitz), Henry Götze (Fa Lars Bigelmann Pinnow), Tom Matuschak (DBP Dachbau Prenzlau), Steve Mietzelfeld (Eschmann GmbH Storkow), Keven Reichmuth (Dachdeckerei Schäfer, Langewahl), Markus Schulze (Fürstenwalde), Ronald Splitt (Dachdeckerei Krüger Templin), Lorenz Stobbe (Fa Stobbe Panketal), Robert Kundt (Bauklempnerei Tauchert Prenzlau)
Elektroniker:
Sebastian Schewski (Elektro-Gottschalk Prenzlau), David Tesch (ABW Angermünde), Michael von Cieszinski (Elektromeister Gosse, Bertikow), Robert Zerbe (Elektrohandwerk Schwedt)
Friseure:
Anne Stägert (Ryf Coiffeur Schwedt), Cindy Fichtl und Stefanie Günther (Friseurmeisterin Monika Lange Boitzenburg)
KfZ-Mechatroniker:
Mario Schemik (Weilbacher Prenzlau), Pascal Brüning (Weilbacher Schwedt), Kevin Boehnke, Sidney Wernicke, Tony Rachut, Holger Berkner (alle ABW Angermünde), Marian Schulz (Autoservice Münn Prenzlau), Daniel Schwarz (Auto-Damm Templin), Patrick Wieland (Autohaus Burmeister Prenzlau)
Maler und Lackierer:
Patrick Diescher, Christoph Setzkorn, René Ploetz (Fa Gerd Hohaus Schwedt)