"Nehmen sie eine entspannte Haltung ein, konzentrieren sie sich auf eine Körperregion, spannen sie sie an, halten die Anspannung  - mit dem Ausatmen lockern sie die Anspannung." Louisa Staff von der IKK Berlin-Brandenburg zeigt den Auszubildenden Möglichkeiten der progressiven Muskelentspannung. Klar gibt es auch Gelächter an dieser Station. Die Azubis für Elektrotechnik, Kfz-Mechatronik und Bautechnik sitzen sich sicher selten mit geschlossenen Augen gegenüber und konzentrieren sich nur auf ihre Atmung. "Lachen ist auch entspannend", nimmt Staff die jungen Männern mit - sie konzentrieren sich, machen mit und bleiben letztlich ernst.
Neben dieser Station besuchten die Azubis im ersten und zweiten Lehrjahr am Standort Friesack weitere. Dabei ging es darum, Ansprechpartner für verschiedenste Problemlagen, die auf die Azubis zu kommen, kennen zu lernen. Der Übergang von Schule zu Beruf soll so für die jungen Menschen vereinfacht werden. Zu Rechten und Pflichten erfuhren die Azubis an der Station "Arbeitsrecht" Informatives. An der Station "Auskommen mit dem Einkommen" ging es um das Finanzelle. Weiter Stationen waren "Nachhilfe", "Auslandsaufenthalte", "Sucht und Drogen", "Work-Life-Balance", in der sie erfuhren, sich eine Zeitstruktur für den Tag aufzubauen.
Insgesamt zehn Stationen besuchte jeder Auszubildende. Sie wurden von Partnern des Projekts geleitet. Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, von Krankenkassen, der AWO, der Handwerkskammer Potsdam und dem Deutschen Gewerkschaftsbund gehören u.a. dazu. "Wir wollen den Schülern ein Netzwerk zur Verfügung stellen. Daher haben wir auch einen Spicker konzipiert, auf den Ansprechpartner vermerkt sind", sagt Caroline Kubenz. Sie gehört zum Projekt-Team "Türöffner: Zukunft Beruf". Die Teammitglieder sind Ansprechpartner bei Wünschen, Problemen oder Fragen in der Schule, in der Ausbildung oder beim Praktikum. Sie sind am OSZ Havelland angesiedelt und bieten Sprechstunden an den drei Standorten, Rathenow, Nauen und Friesack. "Ziel unserer Arbeit ist es, Ausbildungsabbrüche vorzubeugen", sagt Kubenz. Dass das Landes-Projekt gut angenommen wird, scheint auch auf Landesebene deutlich zu sein. Das Projekt, das 2017 startete, wurde kürzlich verlängert und läuft nun mindestens bis Mitte 2022. Aber auch Lehrer und Aszubildende wüssten das Angebot zu schätzen, wie OSZ-Leiter Eckhard Vierjahn bestätigt. "Lehrer fragen teils Angebote bei uns nach", sagt Kubenz. Mit dem Projekt werden die jungen Menschen unterstützt, die neuen Herausforderungen zu meistern.