Als "Demonstrationsobjekte" dienten drei unterschiedliche Pferde aus der Region, für die im Vorfeld der Veranstaltung Bewerbungen eingegangen waren. Bernd Hackl arbeitet bei Live-Pferdetrainings immer mit einem Jungpferd, einem sogenannten Problempferd und gibt mit dem dritten Pferd Reitunterricht. Alle drei kommen einmal vormittags und einmal nachmittags in den Genuss, vom Experten trainiert zu werden.
In Steckelsdorf arbeitete Hackl mit einem klassisch gerittenen Warmblutfuchs und seiner Reiterin an den Feinheiten der Reiterei. Er gab Hinweise und zeigte Übungen, wie die Reiterin mit viel Gefühl ihre Hilfen und ihr Gespür für den richtigen Zeitpunkt verbessern kann und es damit dem Pferd ermöglicht, sich ausdrucksvoller zu bewegen. Lob und Bestätigung spielten ebenfalls eine große Rolle.
Das Jungpferd, eine bis dato nicht gerittene vierjährige Araberstute, war in der zweiten Stunde bereits soweit, dass sie einen Sattel akzeptierte und sich vom Boden aus mit zwei Longen als Leinen fahren ließ. Hackl sagte über das junge Pferd aber auch ganz klar, dass er es noch nicht reiten würde, da es noch nicht genügend Rückenmuskulatur hätte. Er empfahl, noch einige Wochen vom Boden aus zu arbeiten, damit der Rücken gestärkt wird und sich erst dann in den Sattel zu setzen. Während der Ausbildung junger Pferde müsse man sich Zeit lassen und dürfe nichts über das Knie brechen, so die Philosophie Hackls. Ein guter Tipp auch: "Vermeide keinen Krach!" Denn nur so könne das Pferd sich daran gewöhnen und würde später nicht schreckhaft sein, wenn eben doch mal ein lautes Geräusch auftaucht.
Der Spanier, der am Sonntag als Problempferd dabei war, gefiel Bernd Hackl von allen drei Pferden am Besten. Das sei sein Typ, so Hackl. Das Pferd sei sehr intelligent und möchte daher auch abwechslungsreich beschäftigt werden. Außerdem müsse man bei dem Pferd klar machen, dass es viel machen kann, aber am Ende doch das gemacht wird, was der Reiter bzw. der Führende am Boden von ihm will. Mit viel Geduld brachte Hackl das widersetzliche Tier dazu, über eine Fahne bzw. eine Decke am Boden zu gehen. Erst vom Boden aus und dann auch aus dem Sattel.
Anschaulich erklärte er dabei den Zuschauern, was er wie und warum gerade macht und auf welche Reaktion des Pferdes er warten würde. Selbst für kleine Aufgaben, wie nur das lockere Nachgeben des Kopfes nahm sich Bernd Hackl viel Zeit und machte erst weiter, als die gewünschte Reaktion erfolgte. Durch die lockere Art des Kommentierens des Pferdeexperten gab es auch immer wieder Grund zum Lachen.
Kein Wunder, dass hinterher von den Zuschauern nur zu hören war, wie spitze der Tag gewesen sei und dass man dem Hackl ja noch stundenlang hätte zuschauen und zuhören können. Hackl selbst lobte das Team der Big-DD-Ranch, er wird gern wieder kommen. Das nächste Mal wird der Experte zu einem Zweitages-Reitkurs (9./10. Dezember) mit ihm als Trainer in Steckelsdorf erwartet. Infos dazu gibt es auf der Ranch.
Angemerkt: Der Fernsehsender Vox zeigte bis Ende April die inzwischen 5. Staffel der "Pferdeprofis", in der sich neben Bernd Hackl auch noch Sandra Schneider um kleinere und größere Probleme von Pferden und ihren Besitzern kümmern. Die Schwierigkeiten, mit denen sich die Besitzer dabei an die Trainer wenden, sind sehr vielfältig. Von relativ einfachen Dingen, wie dem Nicht-stillstehen-wollen beim Aufsteigen bis hin zu Pferden, die sich nicht mal anfassen lassen. Die Pferde ziehen dann in der Regel für einige Wochen oder Monate zu den Trainern. Seit 2012 wird die Arbeit mit Tieren (und ihren Besitzern), oftmals zeitlich stark gekürzt, im TV gezeigt.