Etwa 5.200 arbeitslose Havelländer gab es im September 2020. All jene Menschen dazugerechnet, die aktuell an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus besitzen, stehen im Grunde knapp 6500 Leute ohne Job im Landkreis dar. Diese Summe entspricht der sogenannten Unterbeschäftigung, die die Lage realistischer abbildet.
Die Gründe für Arbeitslosigkeit sind vielfältig. Vor 31 Jahren noch galt in der damaligen DDR nicht nur ein Recht auf Arbeit, sondern sogar die Verpflichtung zum Arbeiten. Das änderte sich drastisch nach der Wende im sozialistischen Land bzw. nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.

Arbeitslosenzahlen von Januar 1991 bis Dezember 1997

Die Agentur für Arbeit Neuruppin, zuständig für die Landkreise Havelland, Prignitz und Ostprignitz-Ruppin, muss tief kramen, um mal eben ein paar historische Eckdaten auf Anfrage zur Verfügung stellen zu können. Eine Zeitleiste mit den absoluten Zahlen von Arbeitslosen belegt die dramatische Entwicklung zwischen Januar 1991 und Dezember 1997. Hier ist ein Anstieg von 28.211 auf 49.503 abzulesen. Einhergehend sanken Geburtenraten, viele junge Leute wanderten nun erst recht in den Westen Deutschlands aus.

Talsohle durchschritten

Wer hätte seinerzeit gedacht, dass die Talsohle je durchschritten werden könnte. Aktuell auch bedingt durch den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Fachkräftemangel ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt relativ entspannt. Im gesamten Agenturbereich waren im vorigen September 23.441 Unterbeschäftigte registriert, davon 17.974 Arbeitslose.