Bürgermeister Ronald Seeger und Landrat Roger Lewandowski (beide CDU) haben sich diesbezüglich nun offenbar vor den kommunalen Karren gespannt. Auf ihre Initiative hin, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung aus Stadt- und Kreisverwaltung heißt, hätte am Freitag in Potsdam ein Gespräch zur Taktverbesserung auf dem Streckenabschnitt Rathenow-Berlin der Lehrter Stammbahn im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) stattgefunden. Beim Treffen mit Staatssekretär Rainer Genilke, dem Abteilungsleiter für Verkehr, Egbert Neumann, sowie zwei Vertretern der DB Netz AG wollten Lewandowski und Rathenows Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann, in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters, Möglichkeiten erörtern, wie auf der Bahnstrecke möglichst schnell ein Halbstundentakt erreicht werden kann.
Dabei ging es einerseits um den Ausbau der Lehrter Stammbahn auf diesem Streckenabschnitt. Zwischen Bamme und Ribbeck soll hierbei mindestens ein drittes Gleis errichtet werden. Dieses Vorhaben wird nach derzeitiger Planung aber nicht vor dem Jahr 2034 abgeschlossen sein. Hier setzen sich der Landkreis Havelland und die Kreisstadt Rathenow für einen schnelleren Ausbau ein, um schon früher einen durchgängigen Halbstundentakt ermöglichen zu können. Die DB Netz AG sagte zu, per Prüfauftrag zu schauen, ob bestimmte Bauabschnitte beim Ausbau vorgezogen werden können.
Landrat Lewandowski und Wirtschaftsamtsleiter Goldmann nutzten das Treffen im MIL, um auch für kurzfristige Lösungen zu werben. So solle nach Möglichkeiten gesucht werden, wie zumindest zu den Hauptverkehrszeiten schon jetzt durch zusätzliche Züge ein Halbstundentakt angeboten werden könnte. "Gerade zu den Stoßzeiten wäre jeder zusätzliche Zug ein großer Gewinn", so der Landrat. Hierzu wurde am Freitag vereinbart, dass die DB Netz AG über den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) vom Land Brandenburg beauftragt wird, möglicherweise schon jetzt freie Netzkapazitäten zu identifizieren, die dann vom Land bestellt werden müssten. Goldmann zeigte sich erleichtert, dass die Zugzahlenprognosen bis zum Jahr 2030 nochmal untersucht und die Ergebnisse bei der Projektumsetzung hinsichtlich eines bedarfsgerechten Ausbaus der Infrastruktur berücksichtigt werden sollen.
Am Ende des Jahres wollen sich die Gesprächsteilnehmer erneut zusammensetzen und sich über den aktuellen Sachstand austauschen. "Wir werden die Entwicklung weiter intensiv verfolgen und weiterhin bei jeder Gelegenheit für eine Taktverdichtung eintreten", so Roger Lewandowski. Dem Landkreis Havelland und der Stadt Rathenow sei wichtig, dass jede Möglichkeit geprüft wird, die für die zahlreichen Bahnfahrer der Region zu einer Verbesserung führen könnte.