Die Latte lag nicht allzu hoch, über die Michael Koch in der Bewerbungsphase springen musste. Der Landkreis hatte in seiner Stellenausschreibung den Begriff „Hochschul-Abschluss“ nicht genannt. Die für das Amt erforderlichen fachlichen Voraussetzungen wären erfüllt, wenn Bewerbende die Befähigung zum gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst oder eine vergleichbare Qualifikation besitzen, wie es in der Ausschreibung hieß.

Fortbildung an Brandenburgischer Kommunalakademie

Michael Koch, 1980 in Berlin geborener Brieselanger, hatte sich von 2014 bis 2016 an der Brandenburgischen Kommunalakademie zum Verwaltungsfachwirt fortbilden lassen. Wie Akademieleiter Thomas Miltkau auf Anfrage erklärt, würden Verwaltungsfachwirte nach dem Berufsbildungsgesetz die Voraussetzungen für den gehobenen Verwaltungsdienst bzw. die erforderliche Qualifikation erfüllen. Für die Tätigkeit als Beigeordneter sei diese Qualifikation ausreichend, ein Masterabschluss sei nicht Voraussetzung, so Miltkau.

Auch Büroleiter verwaltend tätig

Für die Zulassung zur Prüfung an der Akademie müssen Teilnehmer eine Tätigkeit von vier Jahren im öffentlichen Dienst (Bund, Land oder kommunale Körperschaften) nachweisen. Laut Miltkau würde es durchaus ausreichen, wenn jemand Büroleiter eines Bundestags- oder Landtagsabgeordneten oder Oberbürgermeisters, Bürgermeisters oder Landrats war oder ist, da dieses eine entsprechende  verwaltende Tätigkeit sei.

Für Uwe Feiler tätig gewesen

Das trifft auf Michael Koch zu. Von 2013 bis 2019 war er Büroleiter und persönlicher Referent des CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler. Erfahrungen im öffentlichen Dienst einer Kommunalverwaltung hat er dennoch keine. Im Kreistag, in dem der Wahlvorschlag der havelländischen Verwaltung am Nachmittag zur Abstimmung kommt, ist Koch ein sehr bekannter Mann. Er ist Vorsitzender der Fraktion CDU/Bauern/LWN, die 13 Mitglieder hat und damit stärkste Fraktion ist. Im Falle seiner Wahl wird Parteifreund und Landrat Roger Lewandowski zu Kochs Chef.