Mit Christel Schulz (81), Klaus Eichler (82) und Günter Thonke (93)  hat Rathenow drei Zeitgenossen, die sich Ehrenbürger nennen dürfen. Wem weiterhin diese Ehre zuteil werden kann, soll eine städtische Richtlinie regeln. Diese hat die Stadtverwaltung nun erarbeitet und stellt sie am Montag, 8. November 2021, im SVV-Ausschuss für Bildung, Kultur, Jugend, Sport und Soziales vor. Einreicher ist Bürgermeister Ronald Seeger (CDU).

Bislang keine Ehrenbürger-Richtlinie wie andernorts

Bislang kommen Rathenower Ehrenbürger nicht in den Genuss von geldwerten Privilegien bzw. Boni. Grund dafür ist, dass die Stadt noch keine diesbezügliche Richtlinie bzw. Satzung beschlossen hat, wie es andernorts längst der Fall war. Etwa in Potsdam besteht seit 2001 eine Ehrenbürger-Satzung. In Brandenburg an der Havel wurde 2007 eine umfangreiche „Ehrenordnung“ durch die Stadtverordneten beschlossen. Die darin enthaltenen Boni sind vielfältig. 

Kostenlose Nutzung verschiedener städtischer Einrichtungen

Brandenburger Ehrenbürger dürfen städtische Museen, Bibliotheken, Archive und Parkplätze kostenlos nutzen sowie kommunale Kultureinrichtungen, Schwimmhallen und Freibäder sowie von der Stadt durchgeführte Veranstaltungen und Ausstellungen unentgeltlich besuchen. Ferner übernimmt die Kommune, sofern die Angehörigen einwilligen, für das Grab eines verstorbenen Ehrenbürgers auf einem Friedhof in der Stadt die gärtnerische Herrichtung, Instandhaltung und die ständige Grabpflege für die Dauer der Ruhefrist.

In Rathenow keine kostenlose Nutzung städtischer Einrichtungen vorgesehen

Laut der Rathenower Richtlinie in ihrer aktuellen Form würde sich die Kommune ebenso um die Gräber verstorbener  Ehrenbürger fortan kümmern. Unklar noch, ob für 20 Jahre oder für  unbegrenzte Zeit. Zu Lebzeiten sollen sie in eine Ehrengästeliste aufgenommen werden und Einladungen zu allen offiziellen städtischen Veranstaltungen erhalten. Von kostenloser Nutzung von Schwimmhalle, Bibliothek, Archiv etc. ist keine Rede.