Bürgerbudget in Rathenow: Erstmals wurde 2020 aus dem kommunalen Finanztopf geschöpft. Alle Jahre wird dieser erneut mit 60.000 Euro für die Kernstadt und 15.000 Euro für die fünf Ortsteile gefüllt. Allerdings ist die Resonanz aus der Bevölkerung, die über den Einsatz des Geldes direkt mitbestimmen kann, insgesamt eher kläglich.

Start mit „Bürgerbudget 2020“

2019 wurde das Bürgerbudget in der 25.000-Einwohner-Kommune Rathenow geschaffen.  Der Aufruf erging aus dem von Stadtoberhaupt Ronald Seeger (CDU) geführten Rathaus, dass die Einwohner Vorschläge zur Verwendung des Geldes unterbreiten mögen, über die sodann abgestimmt werden soll.  Die Realisierung der Projekte wurde für 2020 angekündigt. Daher der Name „Bürgerbudget 2020“.

89 Vorschläge: verhaltene Beteiligung bei der Premiere

Verhalten war die Beteiligung der Rathenower bei der Premiere. 89 Vorschläge wurden eingebracht, von denen 27 zur Abstimmung ins Internet  auf machmit.rathenow.de gestellt wurden. Im Folgejahr  („Bürgerbudget 2021“) zählte die Stadtverwaltung gar nur 25 Vorschläge. Darunter war die Idee, den Spielplatz im Ortsteil Steckelsdorf aufzuwerten. Dank der insgesamt äußerst geringen Beteiligung in Vorschlags- und Abstimmungsphase (Voting) konnte Steckelsdorf absahnen.
Nicht etwa aus dem Ortsteil-Topf, sondern aus dem für die Kernstadt erhielt Steckelsdorf insgesamt 24.000 von 60.000 Euro für zwei Projekte. 56 Stimmen genügten für die Aufwertung des Spielplatzes, für die  Jugendspiel- und Freizeitfläche am Steckelsdorfer See gab es 68 Stimmen. Dieses Projekt erhielt die insgesamt meisten Stimmen.

Familie Jessing sehr aktiv in Steckelsdorf

Am 1. Dezember 2021 wurde der Kinderspielplatz durch den stellvertretenden Bürgermeister, Jörg Zietemann, und Ortsvorsteher Corrado Gursch symbolisch freigegeben. „Die Steckelsdorfer Familie Jessing hat sich mit viel Engagement für den Vorschlag eingesetzt und hat von Haustür zu Haustür um Stimmen geworben“, berichtete Gursch.   Der Einsatz hat sich gelohnt. Für die 15.000 Euro wurden neue Spielgeräte gekauft und von Mitarbeitern des städtischen Betriebshofs fachgerecht aufgestellt.

Zuletzt holte „Badestelle Semlin aufwerten“ die meisten Stimmen

Für das „Bürgerbudget 2022“ hatte sich Bürgermeister Seeger im Februar an die Öffentlichkeit gewandt und für mehr Beteiligung geworben. Immerhin gab es 86 Vorschläge, über 29 konnte vom 18. Mai bis 18. Juni 2021 abgestimmt werden. Das Projekt „Badestelle Semlin aufwerten“ weist mit 85 Stimmen die Höchstzahl auf. Es gibt 10.200 Euro aus dem Topf der Kernstadt. Die nächste Möglichkeit, Vorschläge einzureichen, bietet sich ab kommenden Februar, wenn es um das „Bürgerbudget 2023“ geht.