"Bevor ich als Quereinsteigerin in die Politik ging, hatte ich als Netzaktivistin immer wieder Kontakt mit Bundespolitikern und dachte, ich habe etwas Einblick. Aber die Realität war dann etwas anders", so Anke Domscheit-Berg. "Ein politisches Ziel demokratisch durchzusetzen kann manchmal doch recht lange dauern. Genauso lang wie mancher Tag während der Sitzungswochen. Da sitzt man schon mal bis in den frühen Morgen zusammen und diskutiert. Andererseits habe ich mich immer für eine transparente Politik eingesetzt. Die Menschen sollen meine Arbeit nachvollziehen können."  Über Aktivitäten können sich Wähler auf der Homepage der Politikerin auf dem Laufenden halten.
In der politischen Arbeit machen Anke Domscheit-Berg die Besuche in ihrem Wahlkreis besonders Spaß. "Ich habe schon immer gern gelernt, und bei vielen Terminen lernt man immer etwas Neues dazu", sagte sie. Das sei ein bisschen wie "Die Sendung mit der Maus".
Mit Mäusen schaffte sie es übrigens in bundesweite Nachrichtenblätter und ins Fernsehen. "In meinem Bundestagsbüro wurden schon 19 Mäuse durch den Kammerjäger gefangen. Das ist übrigens auch ein Problem in anderen Büros", so Domscheit-Berg, die privat gerade drei Katzen und drei weitere Jungtiere betreut. Die mediale Aufmerksamkeit durch Mäuse sieht die Politikerin auch kritisch. Denn monatelang seien AfD-Politiker überproportional in den Medien vertreten gewesen, weil ihre Meinungen provozierten. "Politisch konkrete Arbeit leistet die AfD nicht. Die 69 Links-Abgeordneten haben in der Legislaturperiode bisher 253 Anträge gestellt. 18 Gesetzesvorschläge eingebracht und 1.200 kleine Anfragen gestellt", zählte Anke Domscheit-Berg auf.
Am Beispiel des Netzausbaus machte sie deutlich, wie Politik auch funktioniert: "So verhindern Bundespolitiker der Großen Koalition zum Beispiel im Beirat der Bundesnetzagentur konkrete Bedingungen für die Netzbetreiber bei Lizenzversteigerungen, verweisen in ihrem Wahlkreis vor Ort aber auf Versäumnisse der Landespolitik, wenn die Menschen sich über Funklöcher beklagen", meinte die DIE LINKE-Politikerin.
"Bei der nächsten Bundestagswahl könnte es auch eine Rot-Grün-Rote Regierung geben. Die Wahl wäre möglicherweise auch schon vor 2021 möglich", blickte Anke Domscheit-Berg in die Zukunft. "Das hängt aber auch davon ab, wen die SPD demnächst an die Spitze der Bundespartei wählt und in welche politische Richtung die SPD sich entwickelt."