Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Im Wahlkreis 60, zu dem auch Rathenow, Brandenburg an der Havel und Bad Belzig gehören, stehen bereits mehrere Direktkandidaten fest. Wer bei den Erststimmen unterliegt, könnte dennoch in den Reichstag einziehen.

Frühere SPD-Hochburg von CDU erobert

Der Wahlkreis 60 war einst sozialdemokratische Hochburg. 2017 ging er erstmals an die CDU. Dietlind Tiemann hatte gesiegt. Die aktuelle Mandatsträgerin kandidiert erneut. Herausgefordert wird sie durch Sonja Eichwede (SPD), Tobias Bank (Die Linke) und Alexandra  Pichl (Bündnis’90/Die Grünen). Andere Parteien werden demnächst ihre Kandidaten benennen. Einen Überblick verschafft online die Landeszentrale für politische Bildung

Über Landesliste ins Parlament

Die CDU hatte als erste Partei in Brandenburg eine Landesliste für die Bundestagswahl beschlossen. Auf einer solchen sind die Namen von Kandidierenden eingetragen, der Spitzenkandidat auf Platz 1. Wer bei den Erststimmen unterliegt, kann sich - je nach Abschneiden der Partei bei den Zweitstimmen - dennoch Hoffnung auf ein Bundestagsmandat machen.

Hinter Feiler und Steineke

Auf der CDU-Liste wurde Dietlind Tiemann auf Platz 6 gesetzt. Ihre Parteifreunde Sebastian Steineke (5) und Uwe Feiler (2) gehörten 2017 ebenso zu den Wahlsiegern. Im Land Brandenburg waren alle Wahlkreise, bis auf Potsdam, wo die SPD-Bewerberin siegte - an die CDU gegangen. Sollten die drei Christdemokraten aus der Region unterliegen, lösen sie sehr wahrscheinlich mittels Landesliste die Tickets für den Bundestag.

Linke beschließen Liste am 24. April

Etwa die Linken beschließen die Platzierungen erst am 24. April. Auf der Liste des Jahres 2017 stand Anke Domscheit-Berg auf Platz 3. Das reichte locker für den Bundestag. Im heimischen Wahlkreis 60 war sie Dietlind Tiemann unterlegen. 2021 tritt Domscheit-Berg im Wahlkreis 58 (Oberhavel - Havelland II) an. Der aus Rathenow stammende Christian Görke ist Direktkandidat der Linken in Cottbus und Umgebung (Wahlkreis 64).