Die ohnehin in diesem Bereich recht schmale Landesstraße wird zunehmend stärker von Kraftfahrzeugen befahren und damit zur wachsenden Gefahr für Radler. Abhilfe wäre daher dringend geboten. Das haben auch die Abgeordneten des Rathenower Stadtverordneten erkannt und unterstützen nach Kräften das Anliegen der Böhner. Doch sind ihnen hier, wie auch der Verwaltung, Grenzen gesetzt. Bei der Straße und damit auch bei einem Radweg handelt es sich um eine Landesstraße, für die das Land Brandenburg zuständig ist. Von dort kam bisher wenig Verwertbares. Doch das könnte sich durchaus bald ändern.
Als ein ernsthaftes Signal in diese Richtung kann man aktuell den Besuch des Landtagsabgeordneten Christian Görke (Die Linke) am Dienstag werten. Er wollte sich nicht nur selbst ein Bild vor Ort machen, sondern ließ sich auch ausführlich den Stand der Bemühungen der Böhner IG erläutern. Im weiteren Gespräch stellte er die neue Strategie der Brandenburger Landesregierung in Sachen sicherer individueller Radverkehr dar. Danach haben die Regierungsparteien sowie Die Linke und BVB/Freie Wähler gemeinsam einen wesentlich umfangreicheren Ausbau des Radwegnetzes im Land beschlossen. Schwerpunkte der Strategie sollen nun nicht mehr nur der sichere Schülerradverkehr und die Tourismusförderung, sondern auch die Verbesserung der Voraussetzungen für einen individuellen Fahrradverkehr sein. Dabei sieht Görke für das ehrgeizige Vorhaben in der Corona-Pandemie weniger ein Problem als eine berechtigte Chance. "Hier im Bereich der L96", so meinte er weiter, "kommt uns entgegen, dass es sich um einen Lückenschluss ohne herausragende bauliche Herausforderungen wie Brücken und dergleichen handelt. Zudem ist es äußerst begrüßenswert, dass die Stadt Rathenow auf Initiative des Stadtparlaments sich bereits um die Sondierung der benötigten Flächen für den Radwegbau kümmert."
In seiner Funktion als Sprecher der Linke-Landtagsfraktion  für Infrastruktur sowie Bau- und Verkehrspolitik, versprach Görke abschließend, seine Möglichkeiten und Kontakte zu nutzen und sich zukünftig stärker in das Anliegen der Böhner Bürger einbringen zu wollen. Hierzu wurden im Beisein des Stadtverordneten Karl-Reinhold Granzow (Die Linke) und Vertretern der Interessengemeinschaft auch gleich die nächsten zielführenden Schritte abgestimmt. In seinem Resümee am Schluss der Beratung äußerte Görke die Hoffnung, dass die Böhner nicht noch einmal vier Jahre auf die Fertigstellung des Lückenschlusses warten sollten. Diese werden die Aussage sehr gern hören. Doch noch überwiegt wohl eine nicht unbegründete Skepsis.