Dr. Hanjo Pohle aus Rathenow könnte demnächst als Sachverständiger im Gesundheitsausschuss des Brandenburger Landtags gehört werden. Dafür wollen die havelländischen Abgeordneten Christian Görke und Andrea Johlige (beide Die Linke) sorgen.

Corona-Impfungen durch Hausärzte?

Der Allgemeinmediziner Dr. Pohle, der auch Vorsitzender des Hartmannbundes Brandenburg ist, plädiert für Corona-Impfungen durch Hausärzte und meint: „In einer Not- bzw. Gefahrensituation sollte man zuerst immer auf bewährte Strukturen zurückgreifen.“

Zügig und wohnortnah

Sein Vorstoß wurde unlängst öffentlich. Inzwischen haben sich der ebenso aus Rathenow stammende Christian Görke und die Nauenerin Andrea Johlige (beide Die Linke) mit Dr. Pohle besprochen. Um das Infektionsgeschehen nachhaltig zurückzudrängen, sei zügiges und wohnortnahes Impfen unerlässlich, waren sich die Gesprächspartner einig. Gerade mit Blick auf Senioren meinen die Landespolitiker: „Die Hausärzte kennen ihre Patienten und können sie schnell und unkompliziert zur Impfung einladen. Auch entfällt der für Hochbetagte zum Teil beschwerliche Transfer zum nächsten Impfzentrum.“

Montags liefern, bis Freitag impfen

Da im Gegensatz zu ersten Informationen über den BioNtech-Impfstoff dieser nach der Entnahme aus der Minus-70-Grad-Kühlung fünf Tage lang in einem normalen Kühlschrank lagerfähig sei, plädiert der Mediziner dafür, die Hausärzte montags zu beliefern, damit dann bis Freitag geimpft werden könne.

Einladung in den Gesundheitsausschuss

„Die Impfstrategie muss überarbeitet werden. Die Hausarztpraxen müssen mit ins Boot geholt werden“, so Görke und Johlige. Ein drohendes Impfchaos würde ansonsten das Vertrauen in die Politik weiter untergraben. „Deshalb werden wir mit unserer Fraktion beraten und Herrn Dr. Pohle als Sachverständigen zu einer Anhörung in den Gesundheitsausschuss einladen.“
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