Von Berlin-Joachimsthal über Rathenow und Stendal und weiter nach Westen - Das war vor 110 Jahren der Kurs des Luftschiffs „Parseval“. An Bord war der Großvater des Rathenower  Modellbauers Helmut Wernicke.

Um 8.30 Uhr über Rathenow

Flugtag war der 21. April 1911. Wie Wernicke berichtet, wäre das Luftschiff um 7.25 Uhr über Rathenow gewesen und um 8.30 Uhr über Stendal. Zur zehnköpfigen Besatzung gehörte Richard Claasen als Erster Bordmaschinist - Wernickes Großvater. Dessen  Bordbuch befindet sich im Besitz des Enkels. Vermutlich ist Wernicke dadurch die Liebe zur Flugfahrzeugklasse „schwerer als Luft“ mit in die Wiege gelegt worden.

Früherer Werken-Lehrer und Leiter einer Modellbau-AG

Helmut Wernicke, inzwischen Anfang 80, hat schon immer gern getüftelt. Beruflich war er zunächst als Elektromeister tätig und in späteren DDR-Zeiten als Werken-Lehrer. Zuletzt, bis 2002, leitete er in Diensten der Stadt Rathenow eine Modellbau-AG. Seither bastelte der Rentner mit gewisser Regelmäßigkeit flugfähige Modelle und präsentierte sie der Öffentlichkeit.

D-LZ 130 Graf Zeppelin im Maßstab 1:150

Aktuell, 110 Jahre nach dem Flug über Rathenow, wollen die Wernickes, zum Flugteam gehört auch Ehefrau Edith, ein Luftschiff am Himmel zeigen. Hierbei handelt es sich um ein Modell des D-LZ 130 Graf Zeppelin, gebaut in der Corona-Zeit. Langeweile kam bei den Wernickes offenbar nie auf. Ihr Zeppelin hat seine Testfahrt bereits absolviert. Freilich ist er weit kleiner als das Original, das es auf 237 Meter Länge brachte. Der Modellmaßstab beträgt 1:150.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.