Die kreiseigenen Havelland-Kliniken starten in der kommenden Woche ihren Probelauf für die Impfstelle in Rathenow. Diese wird sich im Speisesaal des Seniorenzentrums Fontanepark befinden.

Probelauf mit Lehrern

Zu Einrichtung und Betrieb der Impfstelle sind die Havelland-Kliniken durch den Landkreis beauftragt. „Nach Abstimmung mit dem Landrat und dem Krisenstab des Landkreises werden am Donnerstag und Freitag die Impfungen der Lehrerinnen und Lehrer nachgeholt, die wegen des kurzfristigen Impfstopps von AstraZeneca durch die Bundesregierung in dieser Woche abgesagt werden mussten. Dafür ist die Terminvergabe bereits durch das Schulamt Neuruppin geregelt worden“, erklärt Unternehmenssprecherin Dr. Babette Dietrich.

Beginn mit einer Impfstrecke

Der Speisesaal im Seniorenzentrum biete wegen der Nähe zu Rettungswache und Klinik Rathenow gut gelegene, wenn auch quantitativ begrenzte Möglichkeiten für das Aufnehmen des Impfbetriebs, so Dietrich weiter. Um Erst- und Zweitimpfungen gut abwickeln zu können, solle dort zunächst mit einer Impfstrecke gestartet werden. Diese werde dann je nach eingesetztem Impfstoff und dessen Verabreichungsturnus sukzessive auf drei Impfstrecken erweitert.

Lagerung der Impfstoffe in klinikeigener Apotheke

Die Sprecherin betont, dass sowohl die Bestellung des Impfstoffs als auch die Lagerung und Aufbereitung aller derzeit verfügbaren Impfstoffe durch die klinikeigene Apotheke sichergestellt werden könne. Sicherheits- und Hygienekonzepte seien entwickelt worden und sollen mit Unterstützung von Hilfsorganisationen bzw. Mitarbeitern des Landkreises im administrativen Bereich umgesetzt werden.

Organisation der Terminvergabe noch nicht geklärt

 In dem Zusammenhang berichtet Jörg Grigoleit, Geschäftsführer der Havelland-Kliniken-Unternehmensgruppe, dass derzeit noch wesentliche Voraussetzungen wie die Organisation der Terminvergabe und die Einbindung in die elektronische Dokumentation fehlen würden. „Dazu findet eine Abstimmung mit dem Landkreis statt, da die Aufgabe durch die Kliniken neben dem laufenden Klinikbetrieb unter Corona-Bedingungen nicht zu bewältigen sind“, so Grigoleit.

Klinik Rathenow wieder „Non-Covid Haus“

Derweil ist die Anzahl der in den Havelland-Kliniken stationär behandelten Covid-Patienten quantitativ auf einem überschaubaren Level, wie Babette Dietrich zum Stand der Dinge sagt. In Nauen gebe es aktuell zwölf Patienten, von denen zwei beatmet werden. Zusätzlich seien zwei Verdachtsfälle in Behandlung. Der Klinik-Standort Rathenow werde seit dieser Woche wieder als „Non-Covid Haus“ geführt.

Auf dritte Welle vorbereiten

„Die Anspannung lässt aktuell ein wenig nach, so dass es hoffentlich möglich wird, über Ostern wieder Kraft zu tanken, denn die werden wir in den Kliniken brauchen. Angesichts der dynamischen Verbreitung der Mutationen des Virus und der ringsum wieder steigenden Inzidenzen müssen wir uns darauf vorbereiten, dass auch wir von einer dritten Welle nicht verschont bleiben“, warnt Geschäftsführer Jörg Grigoleit.

Schon 180 Infektionen durch Corona-Mutationen

Laut Angaben der Kreisverwaltung seien im Landkreis bisher 180 Infektionen mit Corona-Mutationen festgestellt worden, in der Regel habe es sich dabei um die britische Mutante B.1.1.7. gehandelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz belief sich am frühen Freitag, 19. März, auf 82,8 (Vorwoche: 53,4). Corona-Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen seien zuletzt in zwei Kitas in Milow und Schönwalde, einer Grundschule in Premnitz, einem Kinderheim in Falkensee sowie einem Betrieb in Rhinow aufgetreten.
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