Politischer Druck von unten: Die Kreistagsfraktionen von Die Linke/Die Partei, SPD, BVB/Freie Wähler sowie FDP haben einen Beschlussvorschlag aufgesetzt und fordern unter anderem wohnortnahes Impfen im Landkreis Havelland.

Kritik an landesweiter Impfstrategie

Der Kreistag des Havellands tagt das nächste Mal am 22. März. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag, den die Fraktionsvorsitzenden Andrea Johlige (Die Linke / Die Partei), Stefan Schneider (SPD), Uwe Litfin (BVB/Freie Wähler) und Sascha Piur (FDP) unterschrieben haben. Sie kritisieren, dass die landesweite Impfstrategie große Schwächen aufweisen und vor allem im ländlichen Raum zu großen Problemen führen würde.

Weder Impfzentrum, noch wohnortnahes Impfen

„Viele, gerade ältere, Einwohner des Havellands hätten bisher keine Chance, das Impfangebot wahrzunehmen. Das liege unter anderem daran, dass es noch kein Impfzentrum im Havelland gibt und wohnortnahes Impfen nicht genehmigt wird. Ferner meinen die Fraktionen, dass die lange geforderte Einbeziehung von Hausärzten, auch möglicherweise unter Einsatz eines Impfbusses, bisher nicht durch das federführende Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg berücksichtigt wurde. „Daher wird dieser Antrag dem Kreistag zur Entscheidung und zur Darstellung des politischen Willens vorgelegt“, wie es in der Begründung heißt.

Kreistag soll Appell an die Landesregierung richten

Der Beschlussantrag beinhaltet zwei Punkte. Zunächst soll der havelländische Kreistag  an die Landesregierung appellieren, den Weg für das Impfzentrum in Falkensee frei zu machen, die Betreibung verbindlich zu klären und die Finanzierungszusage schriftlich zu erteilen, weitere Impfstellen im Havelland, mindestens eine im Westhavelland, zu ermöglichen, den Hausärzten schnell und verbindlich das Impfen in ihren Praxen zu genehmigen und den Havelland-Kliniken das Impfen auch über ihren Beschäftigtenkreis hinaus zu genehmigen.

Landrat soll wohnortnahes Impfen ermöglichen

Dafür soll sich der Landrat einsetzen, wozu ihn der Kreistag auffordern soll. Das ist der zweite Punkt im Beschlussantrag. Ferner soll Landrat Roger Lewandowski (CDU) wohnortnahes Impfen in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden durch die Einrichtung regionaler Impftage und den Einsatz eines Impfbusses zu ermöglichen. Er soll gemeinsam mit den Städten und Gemeinden und den freien Trägern der Wohlfahrtspflege dafür Sorge zu tragen, dass diejenigen Bürger, die aufgrund von Mobilitätseinschränkungen die Impfangebote nicht wahrnehmen können, durch mobile Impfteams geimpft werden.

Kostenlose Anreisen mit Havelbus

Außerdem soll Lewandowski gemeinsam mit der kreislichen Havelbus GmbH prüfen, wie die Busverbindung zum künftigen Impfzentrum und einer möglichen weiteren Impfstelle verbessert werden und die Busfahrt für die zu Impfenden kostenfrei realisiert werden kann.
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