Investitionen in digitale Infrastrukturen sind schön und gut. Wenn aber Breitbandversorgung nicht gewährleistet ist,  bleibt es an der Grundschule in Premnitz bei einer Datenübertragungsrate von aktuell nur 16 Mbit pro Sekunde.
Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) erinnert in dem Zusammenhang an das Breitbandausbau-Programm des Landkreises Havelland.
Corona und Digitalisierung Nur 16 Mbit an Grundschule in Premnitz

Premnitz

Absprechen, wer Videokonferenz abhalten kann

In Corona-Zeiten haben sich teils sehr große digitale Defizite an Schulen der Region offenbart. An der Dachsberg-Grundschule in Premnitz mussten sich die Lehrer bislang darüber abstimmen, wer gerade Videokonferenzen abhalten kann. Laut Bürgermeister Tebling resultiert das aus der geringen Bandbreite von nur 16 Mbit/s. Er hat zwar vor den Stadtverordneten zuletzt Investitionen in die digitale Infrastruktur angekündigt, doch die 16 Mbit/s würden solange bleiben, bis ein Breitbandanschluss höhere Datenübertragungsraten ermöglicht.
55 Millionen Euro für Breitbandversorgung Havelland erhielt Fördermittelbescheide von Bund und Land

Rathenow

55 Millionen Euro für den Breitbandausbau

Tebling schiebt hier den Ball zu Landrat Roger Lewandowski (CDU) und den Landkreis Havelland, bei dem im Januar 2020 Förderbescheide von Bund und Land zum kreisweiten Breitbandausbau eingegangen waren. Gesamtkosten von 55 Millionen Euro sind veranschlagt, wovon Bund und Land Brandenburg den Löwenanteil von etwa 50 Millionen Euro stemmen. Der Landkreis will laut eigenem Bekunden unter anderem alle Bildungseinrichtungen mit so genannten Gigabit-Anschlüssen ausstatten. Die bringen es auf  Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s.
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Rathenow

Kreative Übergangslösungen gefragt

Nicht nur in Premnitz sind Gigabit-Anschlüsse noch nicht vorhanden. In Falkensee meint aktuell die CDU-Stadtverordnetenfraktion, den Bürgermeister von der SPD in die Pflicht nehmen zu können. Als Vertreter des Schulträgers solle sich Heiko Müller „mit aller Energie für kreative Lösungen zur Versorgung der Falkenseer Schulen mit Breitbandanschlüssen“ einsetzen, wie Fraktionschef Hans-Peter Pohl fordert.  Wenn Anschlüsse ans Glasfasernetz zeitnah nicht machbar seien, dann müssten „unbürokratische, schnell umsetzbare mobile Lösungen gefunden werden, in ersten Schritten für die weiterführenden Schulen“.

20 mobile Breitbandanschlüsse am Lise-Meitner-Gymnasium

Pohl verweist auf die „ersten positiven Erfahrungen am Lise-Meitner-Gymnasium mit der Beschaffung von 20 mobilen Breitband-Anschlüssen durch dessen Förderverein“, von denen Pohl durch den Vorsitzenden des Fördervereins erfahren habe. Wie es weiter aus der CDU-Fraktion heißt, würden die großen Mobilfunkanbieter leistungsfähige mobile WLAN-Router wie etwa den Giga-Cube von Vodafone mit einer Leistungsstärke von 500 GB pro Monat für 64 Nutzer zu rund 75 Euro monatlich anbieten. Die Ausstattung mit diesen Geräten, gegebenenfalls mit zusätzlichen Mobilfunkantennen zur Empfangsverbesserung, könnte in wenigen Wochen möglich sein.