Der Landesportbund (LSB) Brandenburg fordert eine schnellstmögliche Rückkehr des Sports in den „Normalbetrieb“. Dem kann sich Jörg Wartenberg, Vorsitzender des in Rathenow ansässigen Kreissportbundes (KSB) Havelland, nur anschließen. Der KSB ist Dachorganisation für mehr als 150 Sportvereine im Havelland mit rund 20.000 Mitgliedern.

Viel Verständnis, aber auch viel Unverständnis

„Lange Zeit konnten auf Grund der bekannten Situation unsere in Vereinen organisierten Sportlerinnen und Sportler nicht gemeinsam tätig sein. Es gibt viel Verständnis, aber auch viel Unverständnis für die angeordneten Maßnahmen. Gerade unsere größeren Vereine leiden auch finanziell unter einem Mitgliederschwund“, so Wartenberg auf BRAWO-Anfrage. Wie er weiter meint, hätte der Sport seinen Teil zur Eindämmung der Corona-Pandemie beigetragen. Umso wichtiger sei es jetzt, unter Berücksichtigung aller Hygienemaßnahmen die Sportstätten langsam wieder zu öffnen.

In Entwicklung massiv gehemmte Kinder und Jugendliche

Wie der Landessportbund in seinem Statement vom Dienstag darlege, sei eine Öffnung des Sports insbesondere für Kinder und Jugendlichen wichtig, so Wartenberg, denn sie würden am meisten unter den aktuellen Einschränkungen leiden: „Sie werden massiv in ihrer physischen, psychischen, motorischen und emotionalen Entwicklung gehemmt.“

Beweis angetreten beim ersten Lockdown

Der KSB-Vorsitzende hält schrittweisen Abbau der Einschränkungen entsprechend dem Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Umgangsverordnungen des Landes für machbar. Dass eine vorsichtige Öffnung möglich ist, hätten die Vereine beim ersten Lockdown bereits bewiesen, so Wartenberg. Sportartspezifisch seien Konzepte entwickelt worden, die einer Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirkten. Mit den bereits bei den Vereinen vorliegenden und ständig überarbeiteten Hygieneplänen sollte es gelingen, eine Ausbreitung des Virus bei der Ausübung des Sportes zu verhindern.

Vereine sind vorbereitet

„Es ist uns auch wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen zunächst einmal wieder gemeinsam trainieren können. Mit der Durchführung von Wettkämpfen ist in naher Zukunft leider aus unserer Sicht nicht zu rechnen“, so Wartenberg und erklärt abschließend: „Unsere Vereine sind also vorbereitet und haben ihre Hausaufgaben gemacht!“
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