Die internationale Woche des dunklen Himmels (engl. Dark Sky Week) ist hierzulande zwar weit weniger bekannt als in ihrem Herkunftsland, den USA, trotzdem setzt sich auch in Deutschland mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die dunkle Nacht ein schützenswertes Gut ist. Eine Folge davon ist die zunehmende Anzahl sogenannter Sternenparks, von denen der Naturpark Westhavelland der erste in Deutschland war und versucht, eine Modellregion für eine nachhaltige Beleuchtung zu sein. Aktuell verhindert die Corona-Pandemie weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit.

Forschungsarbeiten zum Thema Lichtverschmutzung

Der April bietet aber den Bewohnern des Havellands die Möglichkeit, sich über Forschungsarbeiten zum Thema Lichtverschmutzung zu informieren und auch dazu beizutragen. Das Projekt AuBe (Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung) wird vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie (IGB) und dem Naturschutzbund (NABU) Westhavelland durchgeführt.

Sophia Dehn hält Online-Vortrag am 9. April

Sophia Dehn vom NABU hält am Freitag, 9. April, einen Online-Vortrag zu den ersten Ergebnissen des Projekts. Außerdem können Interessierte  an einer kurzen Online-Umfrage zum Thema „Künstliches Licht in der Nacht – Was bedeutet das für unser Wohlbefinden?“ teilnehmen. Je mehr Menschen dabei mitmachen, desto besser. Informationen dazu gibt es hier.

Im April keine besonderen Höhepunkte am Sternenhimmel

Unpassend zur Dark Sky Week hält sich der Sternenhimmel mit besonderen Höhepunkten im April jedoch zurück. Von den Planeten sind nur die beiden Gasriesen Jupiter und Saturn am frühen Morgenhimmel tief am Südost-Himmel zu erspähen. Der Mars ist zwar noch am Abendhimmel präsent, er ist jedoch schon wieder so weit von der Erde entfernt, dass selbst große Teleskope nur mehr ein winziges orangenes Scheiben erkennen lassen.  Die anderen Planeten verstecken sich noch im Licht der Sonne. Einzig der Mond dreht wieder zuverlässig seine Runde und ist besonders in der zweiten Monatshälfte hoch am Abendhimmel zu sehen.

Galaxien im Sternbild Jungfrau

Wer sich am Himmel besser auskennt und vielleicht ein Teleskop sein eigen nennt, für den hält der Frühlingshimmel eine große Auswahl an fernen Galaxien bereit. Im Sternbild Jungfrau (lat. Virgo) beispielsweise ist der Virgo-Galaxienhaufen angesiedelt. Etwa 2.000 Galaxien stehen dort recht dicht zusammen, und die hellsten unter ihnen sind schon mit kleinen Teleskopen leicht zu beobachten.

Virgo-Sternenhaufen 511 Trillionen Kilometer entfernt

Der Beobachter schaut dabei sowohl in riesige Entfernungen als auch in die ferne Vergangenheit. Der Virgo-Galaxienhaufen ist etwa 54 Millionen Lichtjahre entfernt. Somit sieht der Beobachter die Galaxien so, wie sie vor 54 Millionen Jahren aussahen. Auch der Begriff „astronomische Summen“ steht damit in Zusammenhang, denn in Kilometer umgerechnet wären das 510800000000000000000 Kilometer, also rund 511 Trillionen Kilometer. Das ist ziemlich weit weg, obgleich das noch Galaxien in unserem näheren Umfeld sind.

Je dunkler die Nacht, desto besser die Sicht

Darum sollte auch eine mondlose Nacht zur Beobachtung genutzt werden, denn sonst verschwinden die schwachen Lichtflecken im hellen Licht des Erdtrabanten. Das Gleiche passiert natürlich auch, wenn zu viele künstliche Lichter den Himmel erhellen, womit der Kreis zurück zum Thema Lichtverschmutzung geschlossen wäre. Es ist daher durchaus überlegenswert, nicht das ein oder andere Licht nachts abgeschaltet zu lassen. Neben dem Sternenhimmel profitieren auch Insekten, nachtaktive Tiere und natürlich die Menschen davon.