"Wir hatten kein Geld, keine Flächen und keine Ahnung. Damals haben wir aus unseren Fehlern gelernt. Die Milchkuhhaltung, mit der wir anfingen, hat heute mit 15 Milchkühen, kaum noch wirtschaftliche Bedeutung", so Kai Holger Dech. "Heute bauen wir auf rund 75 Hektar Ackerland Feldgemüse an,  nahezu alle gängigen Kohlsorten, aber auch  Kartoffeln, Kürbis und Zuckermais sowie Getreide. Weitere 75 Hektar sind Grünland. Davon wird der größte Teil als Vertragsnaturschutzfläche im Naturschutzgebiet bewirtschaftet."
Nach 1990 wollte keiner in der Region Gemüse aufkaufen. Daher ist Dechs Hof nun einer der ganz wenigen Betriebe in Brandenburg, die auf Gemüse- und vor allem Kohlanbau spezialisiert sind. In Kooperation mit einer Firma in Großderschau werden jährlich 80 Tonnen Weißkohl zu Sauerkraut verarbeitet. Dreimal pro Woche holt ein Biogroßhändler aus Berlin die Feldfrüchte und Waren vom Hof ab. "Der Berliner Markt könnte noch mehr Gemüse aus der Region vertragen. Berlin ist der größte Bio-Markt Europas", meinte Verbraucherschutz-Senator Behrendt.
"So haben wir zu Beginn traditionell keine Direktvermarktung aufbauen können. Heute fehlen uns dazu auch die Zeit und die Arbeitskräfte. Wir können den Aushilfen nur Mindestlohn zahlen. Da finden sie sogar beim Versandhandel im Osthavelland bessere Bezahlung. Auch junge Leute haben heute andere Vorstellungen von ihrem Berufsleben, wollen auch keine 60- bis 80-Stundenwoche als selbständiger Landwirt. Daher fehlen Hofnachfolger", erklärte Kai Holger Dech eines der strukturellen Probleme der Landwirtschaft heute.
Einst konnte Dech von der Treuhand günstig Flächen kaufen. Die Hälfte der bewirtschafteten Flächen ist gepachtet, weiterer Zukauf nicht möglich. "Großinvestoren kaufen Land zu jedem Preis auf. Aber auch die kleinen Landwirte leben vor allem durch die finanziellen Subventionen", gab Dech den Politikern mit auf den Weg.
Speziell in Richtung Nonnemacher sagte er: "Die Landesregierung hat es in all den Jahren nicht zustande gebracht, ein Agrarstrukturgesetz hinzubekommen.  Landwirtschaft und Klimaschutz müssen stärker zusammengebracht werden. Wir brauchen ein generelles gesellschaftliches Umdenken. Ohne gewisse Einschränkungen unseres bisherigen Konsums wird der Klimawandel mit seinen Folgen für uns nicht abgemildert werden können."
"Ökologische Landwirtschaft leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", sagte Stefan Behrens, der die Landespolitiker nach Hohennauen eingeladen hatte. Er ist bündnisgrüner Direktkandidat im hiesigen Wahlkreis 4 (Ostprignitz-RuppinIII/Havelland III).