(aem) – Weil Theodor Fontane bei seinen Wanderungen durch die Mark auch ihr Dorf besuchte, haben die Görner dem Dichter vor zwei Jahren ein Denkmal gesetzt. Doch auf dem Platz um das Denkmal sieht es trist aus. Des Dichters völlig unwürdig, findet Werner Bader.
Der Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg ist Görner und war Initiator des Denkmals. Zur Enthüllung kam damals sogar Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Der Platz um die Bronzebüste sollte gestaltet werden. Dazu bekannte sich die Gemeindevertretung vor etwa zwei Jahren. Doch geschehen ist bislang nicht viel. Deshalb lud Bader die Gemeindevertretung am Mittwoch zu sich in den Grafenstall und damit in die Wirkungsstätte des Kulturfördervereins ein. Der Gastgeber berichtete über sein aktuelles Projekt, die Märkische Dichterstraße, und nannte Verbände, Institutionen und Politiker, die ihre Unterstützung bereits bekundeten. Seine eigene Heimatgemeinde Kleßen-Görne nannte der unzufriedene Bader nicht. Wenn sich auf dem Platz nichts ändert, werde er einen Kran bestellen, der die Fontanebüste von ihrem Platz hebt und vor den Grafenstall setzt, machte Bader seinen Unmut Luft.
Auch der stellvertretende Vorsitzende des Kulturfördervereins, der Premnitzer Unternehmer Michael Schönberg, nahm an der Sitzung teil. Nachdem die Fontanebüste aufgestellt war, hatte der Unternehmer erklärt, sich an den Planungen zur Platzgestaltung beteiligen zu wollen. Zwei Bänke hat er schon besorgt. Aufgestellt aber noch nicht, weil sich bisher nichts tat.
Dass man in Görne kein Ohr hat für die Platzgestaltung hat, will Ortsvorsteher Rainer Schulze so nicht gelten lassen. Mit der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses und der Lindenstraße habe man in den letzten zwei Jahren andere Prioritäten setzen müssen, so Schulze. Über mögliche Gestaltungsvarianten des Platzes wurde in den zurückliegenden zwei Jahren des Öfteren diskutiert. Nur einig wäre man sich noch nicht geworden.
Die Gemeindevertretersitzung am Mittwoch gab Anlass zur Hoffnung. Denn Görner Ortsbeirat hatte sich vor kurzem erneut mit dem Thema beschäftigt. Dabei wurden Vorschläge gemacht, wie der Platz einmal aussehen könnte. Diese Vorschläge sollen nun in einen Planentwurf umgesetzt und auf einer der nächsten Gemeindevertretersitzungen beraten werden. Die Gemeinde hat nicht nur für eine Festscheune, sondern auch für den Fontaneplatz für dieses Jahr Geld eingeplant.
Die Büste Theodor Fontanes wurde 2009 im Beisein des Ministerpräsidenten enthüllt. Die Hoffnung der Initiatoren war groß, dass der Stellplatz alsbald gestaltet werde. Foto: Wernitz