Das Aus für den Gelben Sack im Landkreis Havelland ist politisch auf den Weg gebracht. Ab Januar 2023 soll es zur Entsorgung von Verpackungen aus Plastik und Metall nur noch die Gelbe Tonne geben. Einstimmig war das diesbezügliche Votum des Kreisausschusses, der am Montag in Rathenow getagt hatte. Die Kreistagsmitglieder folgten dort einem Beschlussantrag des Umweltamts im Dezernat III.

Kreistag hat das letzte Wort

Der Kreistag soll beauftragt werden, dass der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, der Landkreis Havelland, mit den Dualen Systemen über die kreisweite Einführung der Gelben Tonne anstelle der Gelben Säcke verhandelt und die Empfehlung aller Fraktionen für eine 14-tägige Abholung in den Verhandlungen umsetzt. Hier steht aber noch die Entscheidung aus, die erst der Kreistag am 22. März trifft.

Bis Ende 2022 an Gelben Sack gebunden

Noch bis Ende 2022 ist der Landkreis mit den Dualen Systemen an den „Gelben Sack“ gebunden. Vereinzelt haben Einfamilienhausbesitzer, wie auch in Rathenow, bereits jetzt die Gelbe Tonne. In Großwohnanlagen sind in der Regel Großcontainer mit einem Fassungsvermögen von 1,1 Kubikmeter aufgestellt.

Gelbe Säcke in der Kritik

In Besprechungen des Landrats mit Amtsdirektoren und Bürgermeistern wurde der Wunsch geäußert, die Gelbe Tonne kreisweit einzuführen. Begründet wurde dies mit dem Umstand, dass die Gelben Säcke bei Sturm durch die Straßen geweht würden und in den Randgebieten der Städte und Gemeinden Wildtiere in den Nächten die abends bereitgestellten Säcke aufreißen würden. Die Abfälle würden so auf Straßen und Bürgersteigen verteilt.

Abfuhren alle 14 Tage?

Einige Amtsdirektoren und Bürgermeister, wie aus Nennhausen und Rathenow, haben zudem zudem angeregt, einen 14-tägigen Abfuhrrhythmus festzulegen. Hier liegt das größte Problem. Denn die Dualen Systeme stimmen der Umstellung auf Gelbe Tonne in der Regel nur zu, wenn der Abholrhythmus von derzeit 14 Tagen beim Gelben Sack auf vier Wochen bei der Gelben Tonne vereinbart wird.

Hohe Kosten für Beschaffung der Tonnen

Die Dualen Systeme begründen dies mit den Kosten für die Beschaffung der Behälter, die bei den Systemen liegen und der Tatsache, dass die Gelben Tonnen oftmals mit einem hohen Anteil von Störstoffen, wie Nichtverpackungen und Restabfall, befüllt werden. Diese Kosten sollen durch die verringerte Abholzeiträume kompensiert werden. Hier könnte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen.