Auf Grund der Bevölkerungsentwicklung planten die Stadtväter den Bau von 600 Wohnungen. 1929 entstanden die ersten 84 Wohnungen im Bauhaus-Stil. Der von Walter Gropius (Weimar/Dessau) kreierte Stil des "neuen Bauens" zeichnete sich durch einfache Bauform sowie durch zweckmäßige und sachliche Bauweise aus. Otto Haesler, berühmter deutscher Architekt aus Celle, war Bauleiter des Projekts in Rathenow. Daher auch der Name "Haesler-Siedlung", der oft Verwendung findet. Letztlich wurden insgesamt nur 260 Wohnungen unterschiedlicher Größen gebaut.   Da Rathenow ein Stück Stadtwald (mehr als 10 ha) für das Neubaugebiet bereit stellte, sollte dieser Teil einst sogar "Neu-Rathenow" betitelt werden. Es wurde damals vorausschauend gebaut. Zwischen den Wohnblöcken wurden alte Nadelbäume eingebunden, der Straßenkörper wurde mit Bäumen bepflanzt, es wurden Grünflächen und Abstellräume geschaffen sowie befestigte Rad- und Fußwege harmonisch integriert. Typisch auch die Durchgänge inmitten der Blöcke, die das Prinzip "kurzer Wege" ermöglichten. Im Unterschied zu anderen Wohngebieten sind keine Bauten seitdem abgerissen worden. Selten in dieser Zeit. Und der Name des Sozialdemokraten Friedrich-Ebert ist in Ehren gehalten worden. Das aktuelle Foto belegt, wie wenig sich hier in 90 Jahren verändert hat. Neben der mit dem Sandmännchen bemalten Trafostation am Kindergarten und dem Spendenbehälter des DRK am Radweg ist vom Grunde her alles geblieben wie es war, in "Neu-Rathenow".

Einst und jetzt