Ute Hofmann, Jahrgang 1978, träumte seit der Kindheit in Berlin davon, Tieren aus der Not helfen zu können. Dass das irgendwann einmal im Westhavelland Wirklichkeit werden sollte, das konnte das Mädchen freilich nicht ahnen.
In Köpenick, einem wahrlich grünen Ortsteil, wuchs Ute Hofmann auf. Von ihrem Zuhause bis zur Alten Försterei brauchte sie auf dem Fahrrad nur gut 20 Minuten. Weil sie aber mit Fußball nichts am Hut hatte, ließ die junge Hauptstädterin das Stadion links liegen und radelte lieber in den „PiPa“. Das steht für den Pionierpalast, in dem sich Ute Hofmann einer Natur- und Forst-AG angeschlossen hatte. Derweil blieben ihr Vierbeiner als Haustiere verwehrt. Ein Wellensittich und Guppys waren die ersten Tiere, die der Obhut von Ute Hofmann übergeben wurden.
Letztlich sollte es aber nicht die Liebe zur Natur und zu Tieren sein, sondern die Liebe zum späteren Ehemann, wegen der die Berlinerin nach Gräningen ins Westhavelland zog. Das war 1998. In jenem Jahr begann zudem die Ausbildung auf dem nahen Gestüt Neuwaldeck. Die Jungwesthavelländerin benötigte nur zwei Jahre, um als Pferdewirtin ins Berufsleben starten zu können. Doch waren die Perspektiven in der Naturparkregion nicht allzu rosig für eine derartige Fachkraft.
Abwanderung kam nicht in Frage, also sattelte die Tierliebhaberin um und studierte Veterinärmedizin, wofür sie seit 2005 zwischen Gräningen und Berlin pendelte. Seit August 2011 betreibt Ute Hofmann ihre eigene Praxis auf dem heimischen Hof. Als einer der schwersten Fälle der noch jungen Praxisgeschichte sollte sich der siebenjährige Rocky entpuppen. Er fing sich zu Weihnachten eine schwere Lungenentzündung ein. Frauchen konnte ihn heilen.
Herrchen hat indes auch ein gutes Händchen bei Hunden. Jenen agilen Border Collie namens Cap, der aufs Wort hört und die Schafe auf dem Hof hütet, bildete Henry Hofmann selbst aus. Er betreibt nebenberuflich eine Landwirtschaft.
So kommt es, dass Ute Hofmann eine besondere Beziehung zu Nolana-Schafen entwickelte. Ihre Wolle bringt aber kein Geld, das Scheren und Vermarkten rentiert sich nicht. Die Wolle fällt von allein ab. Heimische Vögel stopfen das flauschige Naturmaterial mit Vorliebe in ihre Nester. Indes verfügen die Nolana-Schafe über einen hohen Fleischanteil, was der eigentliche Sinn ihres Daseins ist.
Die Gräninger Zucht der Hofmanns ist öko-zertifiziert. Wer vor Ostern ein Lamm kauft, wird es aber nicht unbedingt gleich schlachten. Wie die Tierärztin meint, sei es auch schon vorgekommen, dass die Schafe als Öko-Rasenmäher genutzt wurden. Wer sich ein Exemplar auf die Wiese oder in den Garten stellt, brauche vorläufig nicht mehr zu mähen.
Vierbeiniger Patient: Tierärztin Ute Hofmann mit Rocky, dem Hund der Familie. Er hatte sich zu Weihnachten eine Lungenentzündung eingefangen. Jetzt geht es ihm wieder viel besser.