Im Juni 1918 wurde die historische Döberitzer Ansichtskarte vom Havelland aus nach Kamenz in Sachsen versandt. Im Bild ist ein Abschnitt der Dorfstraße zu sehen, dessen exakter Standort trotz einiger Nachfragen bislang nicht eindeutig festzustellen war.
Eine Menge hat sich verändert, schilderte Elfriede Friesecke kürzlich, die vor Jahren noch im Gemeindebüro arbeitete.  Neben diesem Foto hat der Verleger zwei Bilder herausgegeben, auf der auch ein Ensemble mit Kirche und ein nur spärlich bewachsener Havelabschnitt abgelichtet wurde.

Verleger unbekannt

Selten hat sich jedoch der Fotograf bzw. Verleger nicht auf der Kartenrückseite verewigt. Die eigentlich dreiteilige Döberitzer Postkarte stellt diesbezüglich eine Ausnahme dar.
Wenige wissen übrigens, dass der Ort bereits vor etwa 3800 Jahren besiedelt war. Bronzeringe, Knöpfe und Halsschmuckfunde um Döberitz herum belegen die These dieser frühen Besiedlung.

Döberitz hat die Form eines Hufeisens

Aus wendischer Zeit stammt hingegen die typische Ortskernform eines Hufeisens. Mit seiner waldreichen Umgebung und der Havel mit dessen Nebenarmen bot das Terrain um Döberitz/Gapel genügend Nahrungsangebote. Parallel dazu boten sich auch etliche Arbeitsmöglichkeiten in Handwerk und Gewerbe.

Ein Fischerdorf wächst

Mit dem dem Anschluss an die Brandenburgische Städtebahn 1904,  aber vor allem durch die industrielle Entwicklung ab 1915 mauserte sich das damalige Fischerdorf zusehend. Auch der Döberitzer Hafen brachte im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs zugleich neuen Bedarf  an den Wohnort Döberitz mit sich.
Drei Jahre bevor die alte Ansichtskarte verschickt wurde entstand in Döberitz ein Werk der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron (Jürgen Mai/historischer Streifzug). Dort wurde ein Sprengstoffwerk mit Minenfüllstation aufgebaut und eine Schwefelsäureanlage entstand.

Begehrte Wohnlage

Aus dem verträumten Fischerdorf ist inzwischen ein begehrter Wohnort geworden. Schmucke private Grundstücke, geklinkerte- und farblich freundliche Fassaden lösen sich mit hübsch gestalteten Gärten und Vorgärten ab. Vieles von einst ist wirklich nicht mehr wieder zu erkennen.