Sagenumrankt ist der Thyrowberg nahe Tremmen bei Ketzin/Havel. Dass dort ein Dorf  im Sand versunken sei, ist mit Sicherheit der Fantasie Altvorderer entsprungen. Spannend bleibt aber die Frage, woher der Thyrowberg eigentlich seinen Namen hat.

Thüre bzw. Thure bereits für das Jahr 1161 belegt

Belegt ist die Existenz eines havelländischen Dorfs namens Thüre bzw. Thure bereits für das Jahr 1161. Es wurde wahrscheinlich irgendwann zwischen der Mitte des 13. und dem beginnenden 14. Jahrhundert aufgelassen und fiel wüst, bis nichts mehr übrig blieb. Auf sogenannten Schmettau-Karten des 18. Jahrhunderts wird der Hügel als Thür-Berg bezeichnet.

Totenhütte mit bestatteten Rindern

Rund 14 Kilometer östlich liegt Buchow-Karpzow. Der Ort ist wegen einer archäologisch nachgewiesenen Totenhütte aus der Jungsteinzeit (etwa 3.800 bis 2.800 vor Christus) für Wissenschaftler sehr interessant. Dort haben jungsteinzeitliche Havelländer nicht nur verstorbene Menschen bestattet, sondern auch Rinder. Das spricht augenscheinlich für eine besondere Beziehung der Havelländer zu Auerochsen. Rinder, wie wir sie kennen, gab es damals so noch nicht. Womöglich wurde dort sogar ein Stier-Kult getrieben.

Taurus, Toro, Tjur und Tyr

Derweil durchaus denkbar, dass am Hügel bei Tremmen über Jahrtausende ein satter Weidegrund war und sich das Thure bzw. Thüre aus ganz alter Zeit als Bezeichnung für Stier erhalten hat. Im Lateinischen heißt er  Taurus, im Spanischen ist von Toro die Rede.  Indes kommt Tyr - das dänische Wort für Stier - dem Ortsnamen Thüre bzw. Thure am nächsten. In Schweden sagt man Tjur, wenn man einen Stier meint.