In seinem Buch analysiert Joschka Fischer die geopolitischen Verschiebungen unserer Zeit, eine Achsenverschiebung vom atlantischen zum pazifischen Raum und beleuchtet die „Krise der liberalen westlichen Demokratie“ sowie die erstarkenden nationalen Strömungen in Europa. Das „Zeitalter des Westens“ gehe zugunsten des unaufhaltsamen Aufstiegs Chinas zur neuen Weltmacht und eines neuen „amerikanisch-chinesischen Zeitalters“ zu Ende, stellte Fischer eine Hauptthese auf und begründete diese folgendermaßen.
„Der 9. November 1989 war ein Ereignis mit globaler Erschütterung. Mit dem Mauerfall endete die seit Ende des Zweiten Weltkriegs die Weltpolitik beherrschende Ost-West-Konfrontation. Die Wirtschaftskraft in Asien wächst stärker als in der westlichen Welt. Die USA haben zu China nicht nur ein politisch konfrontatives Verhältnis, sondern auch starke wirtschaftliche Beziehungen. Zudem steht Demografie gegen uns. Die Europäer nehmen in absoluten Zahlen ab.“
Ob diese Entwicklung friedlich verlaufen wird, konnte Fischer nicht beantworten. Der Gast hob hervor, dass auch Deutschland vom großen chinesischen Markt abhängig ist. „Deutschland wird diese Herausforderungen nicht allein schaffen. Dazu brauchen wir Partner wie Frankreich und Europa“, so Fischer auf Fragen in der anschließenden Diskussion. „Auch wenn Russlands weltpolitische Bedeutung, zu Gunsten Chinas, geringer wird, ist das Verhältnis Europas zu Russland weiterhin wichtig.“
Kritisch sah Fischer den in den USA, aber auch in Europa stärker werdenden Nationalismus mit seinen Auswirkungen auf die liberalen westlichen Demokratien, die sich bei aktuellen Themen wie der Asylpolitik zeigen und forderte, dass Europa Antworten geben müsse.
Nach einem kleinen Snack verließ Joschka Fischer Premnitz schnell wieder nach Berlin, wo er lebt – und ließ einige enttäuschte Gäste der ausverkauften Veranstaltung, die dort ein Exemplar  seines Buchs kauften, ohne Autogramm zurück. Aber sein Buch scheint sich auch ohne Mehraufwand des Autors gut zu verkaufen. Erschien es doch bereits in der 5. Auflage.
Joschka Fischer prägte als zuständiger Minister und Vizekanzler zwischen 1998 und 2005 die damalige Außenpolitik Deutschlands und zog sich danach aus der Politik zurück. Übrigens wurde nach Fischer, als Dank für seinen Einsatz als hessischer Umweltminister gegen die Nutzung der Grube Messel als Mülldeponie und für deren Bewahrung als bedeutende Fossilienfundstätte und späteres UNESCO-Weltkulturerbe, im Jahr 2005 eine fossile Schlange als „Palaeopython fischeri“ benannt.