Die Havelland-Kliniken-Unternehmensgruppe will bis 2023 ein sogenanntes Integriertes Notfallzentrum am Standort Rathenow. Im Grunde geht es hierbei um die Verbindung von stationärer und ambulanter Notfallversorgung unter einem Dach, die Geschäftsführer Jörg Grigoleit in Rathenow anstrebt. Noch bietet die Klinik nur Basisnotfallversorgung, was Stufe 1 von dreien im gestuften System der deutschen Notfallstrukturen entspricht. Mit ambulanter Versorgung, die gerade in Rathenow stark nachgefragt sei, wie Grigoleit sagt, würde das Unternehmen die Stufe 2 erreichen. Ein Vollversorger, Stufe 3, ist etwa die Charité in Berlin.

KVBB favorisiert

Ganz klar liebäugelt der Geschäftsführer mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), die durch Schaffung einer Bereitschaftspraxis in der Rathenower Klinik das Vorhaben maßgeblich fördern würde. Seit November 2020 betreibt die KVBB eine solche Einrichtung in der Nauener Klinik und 17 weitere im Land Brandenburg. Dort werden Menschen bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen außerhalb der üblichen Sprechzeiten von Arztpraxen ambulant versorgt. Bislang hat die KVBB kein Interesse an einer Bereitschaftspraxis in Rathenow signalisiert.

„In welcher Form auch immer“

Da Jörg Grigoleit nicht damit rechnen kann, die KVBB in nächster Zeit umzustimmen, muss er Optionen finden. Sein Ziel für 2023 auf den Punkt gebracht:  ambulante Notfallversorgung – „in welcher Form auch immer“.  Indessen hat er bereits einen Erweiterungsbau im Bereich der Notaufnahme im Sinn.