Der Corona-Lockdown reduziert die Bewegungsfreiheit drastisch. Man soll am besten  zu  Hause bleiben. Schon während der ersten Einschränkungen im Frühjahr war klar, dass Gewalt in Familien zunehmen kann.

Aktuell drei Frauen mit sechs Kindern zu betreuen

Derzeit sind drei Frauen mit insgesamt sechs Kindern im Rathenower Frauenhaus untergebracht. Platz ist noch in zwei Zimmern. In Notfällen kann die Einrichtung zusätzlich auf jeweils eine kleine Wohnung in Rathenow, Nennhausen und Rhinow zurückgreifen, die die dortigen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften zur Verfügung stellen.

Jetzt schwerer, sich häuslicher Gewalt zu entziehen

„Grundsätzlich hatten und haben wir durch Corona und die Verschärfung häuslicher Konflikte nicht mehr Frauen, die zu uns kamen. Aber an einzelnen Fällen können wir feststellen, dass die Frauen es unter den Corona-Bestimmungen einfach auch schwerer haben, sich häuslicher Gewalt zu entziehen“, schildert Catrin Seeger ein weiter aktuelles Problem. Sie ist Vorsitzende des Unabhängigen Frauenvereins in Rathenow, der das Frauenhaus betreibt.

Info-Flyer des Netzwerks brandenburgischer Frauenhäuser

„Mit dem Netzwerk brandenburgischer Frauenhäuser haben wir deshalb zwei Flyer entwickelt, um mögliche Betroffene häuslicher Gewalt oder mögliche Zeugen in der Nachbarschaft zu informieren und zu sensibilisieren“, so Seeger weiter. Sie ist eine von drei Sprecherinnen, die den Vorstand des Netzwerks bilden. Zum Internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen am 25. November sollten solche Flyer auf dem Märkischen Platz verteilt werden. Dazu kam es wegen Corona nicht.
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