Der Schulanfang bedeutet für ABC-Schützen viel Neues. Auch der Weg in die Schule und zurück gehört dazu. Die Havelbus-Schule ist deshalb fester Bestandteil des Sachkundeunterrichts. Der Auftakt zur Busschule fand in diesem Jahr im Osthavelland  statt, starte am Mittwoch dann aber auch für die Erstklässler im Westhavelland.
Dreizehn der insgesamt vierzehn Schulanfänger der 1b waren  mit Klassenlehrerin Irina Huyoff an der Otto-Seeger-Grundschule schon mächtig gespannt, was sie während dieser zwei besonderen Unterrichtsstunden im Bus erleben würden.

Spielerisch erklärt

Zunächst erklärte Havelbus-Trainer Andreas Plessow die am Bus angebrachten Symbole, wie zur Mitnahme von Kinderwägen oder Fahrrädern. „Moderne Busse sind intelligent. Zum besseren Aussteigen können sie abgesenkt werden und die Türen erkennen durch Sensoren, ob sich noch eine Person im Türbereich befindet, wenn sie bereits schließt“, erläuterte Plessow. Die anschließende praktische Demonstration mit dem „mutigen“ Til klappte ohne Probleme.
Auch, dass es für Kinderwägen oder Rollstuhlfahrer eine ausklappbare Rampe gibt, erfuhren die Kinder von Plessow. Genauso, dass beim Einsteigen  die Fahrkarte vorgezeigt und entwertet werden muss.

Das kleine Einmaleins im Bus

Ebenfalls zum kleinen Einmaleins beim Busfahren gehört nach Plessow, dass, wenn der Bus voll ist, höfliche Kinder ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung auf den speziell gekennzeichneten Sitzen Platz nehmen lassen. Auch den eigenen Sitz dafür frei zu machen, sei wichtig
Außerdem schnalle man sich im Bus, ganz genauso wie im Auto, an. Zur eigenen Sicherheit. Denn wenn der Bus in einer unvorhergesehenen Verkehrssituation plötzlich stark bremsen muss, werden die Fahrgäste im Sitz kräftig nach vorn gezogen. „Möchte man dann aussteigen, drückt man rechtzeitig den Signalknopf“, so Plessow, der den Kindern diesbezüglich ebenfalls vermittelte, dass sie sich  beim Aussteigen stets am Griff festhalten und vor dem Lossgehen nach links und rechts schauen müssen.

„Mäxchen“ macht noch vieles falsch

Luna und Patricia machten das richtig. Aber da gibt es noch „Mäxchen“. Die Schülerpuppe verhält sich immer falsch im Bus, drängelt beim Ein- und Aussteigen und achtet nicht auf andere Fahrgäste oder den Straßenverkehr an der Bushaltestelle. Auch nicht auf den Mindestabstand von einem Meter zum Bus, wenn er an die Haltestelle fährt. Wie gefährlich das werden könnte, demonstrierte Plessow anschaulich mit „Mäxchen“.

1640 Erstklässler besuchen die Bus-Schule

Nach einer kurzen Fahrt mit Busfahrer Torsten Jörn nach Göttlin ging es im Anschluss mit vielen Eindrücken und neuem Wissen zurück zur Schule in Rathenow-West. Dort wartete noch eine Zauberkiste mit kleinen Überraschungen für jedes Kind, wie ein Havelbus-Malbuch, ein Stundenplan und ein Bus-Lineal auf die Kinder. Um sie zu öffnen, bedurfte es jedoch dreier „Zauberwörter“, die die Kinder bei der Havelbus-Schule gelernt haben: Aussteigeknopf betätigen, festhalten und nach links und rechts schauen. Genauso so geht’s!
Dazu gab es eine Teilnahmeurkunde mit einer Havelbus-Freifahrtkare für jeden Schüler. Insgesamt nehmen in diesem Jahr im Landkreis zirka 1.640 Erstklässler an der Havelbus-Schule teil.