Weit westlich von Berlin ist Premnitz eine kleine Stadt im ländlichen Raum. Von den insgesamt rund 167.000 Havelländern wohnen dort fast 8.500. Neben der Kernstadt gehören die Dörfer  Mögelin und Döberitz als Ortsteile zu Premnitz. Auch sie liegen an der Bundesstraße 102. Auf innerstädtischen Wegen von hier nach dort, müsste aber niemand ins Auto steigen, wenn es nicht unbedingt Not tut.

Mit Bus und Bahn unterwegs sein

Sowohl Döberitz als auch Mögelin sind durch Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bestens versorgt und werden täglich durch Busse bedient. Ferner sind die Ortsteile an das Bahnnetz angeschlossen. Hier verkehrt die Regionalbahn RB51 zwischen Brandenburg an der Havel und Rathenow mit sogar doppeltem Halt in Premnitz (Zentrum und Nord).

Bürgermeister spricht von „Stadt der kurzen Wege“

Von der Station im Zentrum sind es kaum 300 Meter Fußweg bis zu Rathaus, E-Center und Gesundheits- und Familienzentrum (GFZ). Auf dem Fahrrad sind alle Ziele im Ort in wenigen Minuten zu erreichen. Zu Fuß müssen freilich einige Minuten länger eingeplant werden. Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) spricht von „Stadt der kurzen Wege“, wenn er die verkehrsinfrastrukturellen Vorzüge auf den Punkt bringen will. Freilich wird bewusster Verzicht auf Verbrenner im innerstädtischen Verkehr das Weltklima nicht retten, aber einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Beim Stadtradeln 4 Tonnen CO2 eingespart

Das bundesweite Stadtradeln hatte im Spätsommer zahlreiche Leute in Premnitz zum zweiwöchigen Umstieg auf das Fahrrad bewogen. Mehr als 150 Leute beteiligten sich, ließen ihre Autos bewusst stehen und fuhren so oft es ging mit dem Fahrrad - zur Arbeit, zum Einkauf, zum Arzt etc. Für Premnitz stehen 25.085 Kilometer in der Stadtradeln-Bilanz, was einer Vermeidung von CO2-Emissionen von 4 Tonnen entspricht. Ralf Tebling selbst beteiligte sich.

Erstes E-Auto für das Rathaus

Der Bürgermeister gab und gibt sich als Gernradfahrer. Er wohnt in Mögelin. Aktuell arbeitet die von ihm  geleitete Stadtverwaltung an einem neuen winzig kleinen Beitrag zur Rettung des Weltklimas. 
Sobald die E.DIS-Ladesäule (11 Kilowatt) hinter dem Rathaus installiert ist, kann das erste durch Strom angetriebene Dienstauto ans Netz gehen. Es wird ein 136 PS starker Hyundai Ioniq mit einer vom Hersteller angegebenen Reichweite von 311 Kilometern sein. Mehr Reichweite bedarf es wohl nicht in der „Stadt der kurzen Wege“.