Die Trägerschaft für die Jugendkonferenz hatte das Diakonische Werk Havelland übernommen und mit Fördermitteln auch Moderator Gregor Schröder eingeladen. Hilfe gab es auch durch die beiden von der Diakonie getragenen Premnitzer Schulsozialarbeiter, Andreas König und Rick Smyczek, von der Stadtverordnetenvorsitzenden Katja Poschmann (SPD), vom CDU-Abgeordneten Oliver Paulick und von Bürgermeister Ralf Tebling (SPD).
"Über die Stadt wurden insgesamt 440 schriftliche Einladungen an alle Premnitzer im Alter von zwölf bis 25 Jahre verschickt", sagte Lätizia Panschuk (16). Aber nur sechs Schüler kamen, zwei konnten wegen anderer Termine nicht. "Viele haben wohl Desinteresse und keine Lust, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Außerdem ist ein Wochenendtermin für Jugendliche dafür auch nicht gerade der Beste", analysierten die Jugendlichen und suchten nach Ideen, um für das nächste Mal mehr Gleichaltrige zu interessieren. "Briefe werden vielleicht auch gar nicht mehr gelesen. Wir müssen die sozialen Netzwerke stärker nutzen und mehr Jugendliche persönlich ansprechen."
"Warum seid ihr hier?", fragte Moderator Schröder, der mit der Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg zusammenarbeitet, die motivierten jungen Leute. "Wir wollen was in unserer Stadt verändern!", wusste Wilhelm Paulick (12) ganz klar seine Vorstellungen und Wünsche zu äußern. Es müsste mehr Freizeitangebote geben. Zum Beispiel mehr Sportangebote als nur Judo, Fußball, Leichtathletik und Bowling. Eine eigene Skaterbahn wie in Döberitz wäre toll. Oder generell mehr Freizeitangebote und Plätze, wo sich Jugendliche treffen können."
In den nächsten Wochen treffen sich die Jugendlichen noch einmal mit Gregor Schröder zur Auswertung. "Es ist super, dass es junge Menschen gibt, die Spaß daran haben, ihre Stadt mitzugestalten", so SVV-Vorsitzende Poschmann. "Sie verzagen nicht, trotz Anfangsschwierigkeiten, und und bleiben dran."
Zur zweiten Jugendkonferenz im nächsten Quartal – mit dann mehr Interessierten, wie die Teilnehmer hoffen, soll ein "Jugendforum" gegründet werden, in dem sich Premnitzer im Alter von zwölf bis 25 Jahren – auch in lockerer Form – entsprechend Paragraf 18a der Kommunalverfassung zur Mitwirkung beteiligen können. Aus deren Reihen sollen dann zwei Vertreter gewählt werden, die, formell durch die Stadtverordneten als sachkundige Einwohner in den Ausschüssen "Stadtentwicklung und Wirtschaft" sowie "Finanzen und Soziales" mitreden und eigene Vorschläge und Anträge einbringen können.
"Trotz wenig Beteiligung haben wir einiges erreicht", so Fiona Panschuk (15) zufrieden. "Juma Missfelder vom KiJuPa Rathenow hat uns gute Tipps gegeben und hilft dabei, uns zu vernetzen."
Als Ansprechpartnerin für das zu bildende Premnitzer Jugendforum wurde Lätizia Panschuk gewählt. In diesem können sich alle einbringen, die sich engagieren wollen, Ideen und Vorschläge haben - auch die, die  nur mal "was loswerden" wollen.