Sonntag, 12.44 Uhr:
"Polder geöffnet, Elbdeiche nicht sicher. Mögliche Gefährdung des Havellandes durch unsichere Elbdeiche trotz geöffneter Polder.
Am Abend des gestrigen Sonnabend wurden durch das Land Brandenburg die sechs Polder an der Havel liegenden geöffnet. Zwei dieser Polder liegen im Havelland. Der Pegel der Elbe steigt weiterhin. Die Elbdeiche sind aufgrund dessen nicht mehr sicher. Um die Elbe weiter zu entlasten, wird das Wehr in Neuwerben (Sachsen-Anhalt) um ca. 14:00 Uhr am heutigen Sonntag geöffnet. Besonders gefährdet ist der Deich bei Fischbeck. Sollte es hier zum Dammbruch kommen, sind folgende Städte und Gemeinden im Havelland durch Hochwasser gefährdet: Rhinow, Rathenow, Milower Land (Königsgraben und Milower Stremme) Premnitz, Nennhausen. Hilfskräfte aus anderen Landkreisen sind angefordert. Der Katastrophenstab des Landkreises nahm seine Arbeit auf."
Sonntag, 14.10 Uhr
"Katastrophenzustand für das Havelland ausgerufen
Heute, am Sonntag, dem 9. Juni 2013 um 13.30 Uhr, hat Landrat Dr. Burkhard Schröder für den vom Hochwasser betroffenen Bereich im westlichen Havelland den Katastrophenzustand ausgerufen. Grund ist die mögliche Gefährdung des Havellandes durch unsichere Elbdeiche trotz geöffneter Polder. Bereiche der Gemeinde Rhinow, der Stadt Rathenow, des Milower Landes (Königsgraben und Milower Stremme) der Stadt Premnitz, der Gemeinde Nennhausen sind gefährdet. Die Evakuierung der gefährdeten Gebiete wird zurzeit vorbereitet. Busse für die Bevölkerung werden bereit gestellt."
Samstag, 15.03 Uhr
"Milower Land leitet freiwillige Evakuierungen ein
Nach Ausrufung des Katastrophenzustandes für den Landkreis Havelland am Sonntag, dem 9. Juni 2013 um 13.30 Uhr, durch Landrat Dr. Burkhard Schröder, werden jetzt die ersten Vorbereitungen für Evakuierungen im westlichen Havelland getroffen. Grund ist die mögliche Gefährdung durch unsichere Elbdeiche bei Fischbeck. Für die Gemeinde Milower Land hat Bürgermeister Felix Menzel als vorsorgliche Maßnahme den Bürgern die freiwillige Evakuierung empfohlen. Dafür werden in den Ortsteilen Zollchow, Vieritz, Schmetzdorf an den regulären Bushaltestellen Busse bereithalten. Diese fahren zur Turnhalle in Großwudicke. Hier werden 150 Feldbetten aufgestellt, die vom Land Brandenburg zur Verfügung gestellt werden. Die genannten Ortsteile im Milower Land wären im Falle eines Deichbruches als erste betroffen."
Sonntag, 20.17 Uhr:
"Lage im Landkreis Havelland hat sich verschoben. Bürgertelefone im Landkreis Havelland eingerichtet.
Nach aktuellen Auswertungen detaillierter topografischer Daten wird bei einem möglichen Deichbruch bei Fischbeck der Wasserstrom sich elbabwärts bewegen. Das bedeutet, dass die Ortsteile Zollchow, Vieritz, Schmetzdorf im Milower Land nicht unmittelbar betroffen wären. Korrigierend traf der Katastrophenstab nunmehr folgende Festlegung: Die Bürgermeister der betroffenen Städte und Gemeinden werden aufgefordert, dass die derzeitigen Evakuierungsmaßnahmen nur auf Bereitschaftsmaßnahmen zurückzufahren sind. Sollten Bürger nachfragen, ob sie in ihre Häuser zurückkehren können, soll ihnen dies ermöglicht werden. Der Katastrophenzustand bleibt aufgrund der Gefahrenlage bestehen.
Mit Blick auf das neue Szenario für einen Deichbruch bei Fischbeck und neu eingetretenen Problemen der Deichstabilität im Bereich Havelberg sowie die Öffnung des Neuwerbener Wehres, verlagert sich das Hauptaugenmerk auf den Raum der Havelmündung und die Poldergebiete. Bürgerinnen und Bürger, die in den betroffenen Regionen leben, können sich unter den folgenden Telefonnummern informieren:
Landkreis Havelland:
03385/5514444
Stadt Rathenow:
03385/596312 / 03385/596324
Gemeinde Milower Land:
03386/270925
Gemeinde Nennhausen:
03387/86490
Die Telefonnummern von Premnitz und Rhinow erhalten Sie, sobald diese eingerichtet sind, über das Bürgertelefon des Landkreises."
Montag, 1.24 Uhr:
"Elbdeich bei Fischbeck ist gebrochen. Noch keine akute Gefahr
für das Havelland / Lage wird geprüft
Der Deich bei Fischbeck ist gebrochen. Zurzeit werden betroffene Ortschaften im Landkreis Stendal evakuiert. Für das Havelland besteht noch keine akute Gefahr. Der Katastrophenstab prüft die Situation vor Ort und trifft dann weitere Entscheidungen."
Montag, 9.14 Uhr:
"Straßensperrungen und Einschränkungen im Bahnverkehr nach Deichbruch. Infolge des Deichbruchs bei Fischbeck kommt es zu starken Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr. Akute Gefahr besteht jedoch nicht.
Seite heute Nacht 0.02 Uhr fließt Wasser durch einen Deichbruch bei Fischbeck ins Hinterland. Gegenwärtig fließt das Wasser in Richtung Kabelitz, Wust und Schönhausen. Akute Gefahr für die betroffenen Ortsteile in Milower Land und Rathenow besteht jedoch nicht. Einsatzkräfte des Landkreises Havelland erhöhen gemeinsam mit örtlichen Bauunternehmen gegenwärtig den Waldweg zwischen Schmetzdorf und Zollchow, um hier eine Verteidigungslinie aufzubauen.
Allerdings ist mittlerweile der Straßen- und Bahnverkehr stark beeinträchtigt. Die Bundesstraße 188 ist ab dem Großwudicker Kreuz in Richtung Tangermünde gesperrt, ebenso die Verbindungsstraße vom Großwudicker Kreuz nach Schmetzdorf. Der Bahnverkehr zwischen Rathenow und Stendal ist eingestellt worden.
Im nördlichen Havelland und weiter havelaufwärts laufen die Polder seit gestern kontrolliert voll. In Havelberg gilt zurzeit die Hochwasseralarmstufe vier, weiter flussaufwärts derzeit noch die Alarmstufe zwei. Deiche und Wasserschutzanlagen dürfen jedoch nicht betreten werden. Die Bevölkerung ist aufgerufen, die Sicherungsarbeiten nicht zu behindern. Gegen Katastrophentourismus wird entschieden vorgegangen. Bürger, die bei örtlichen Sicherungsmaßnahmen helfen wollen, werden gebeten, sich bei den örtlichen Stadtverwaltungen zu melden:
Stadt Rathenow:
03385/596 312 / 03385/596324
Gemeinde Milower Land:
03386/270925
Amt Nennhausen:
03387/86490."