Die Vergabe des mit 3.000 Euro dotierten Preises erfolgte am Montag im Schloss Ribbeck durch Roger Lewandowski. Der Landrat ist gleichsam Vorsitzender der havelländischen Kulturstiftung, die den Preis erneut ausgelobt hatte.  31 Vorschläge für die Auszeichnung hatte es im Vorfeld gegeben. "31 Einblicke in das reichhaltige Schaffen von Malern, Bildhauern und Fotografen; Biografien großer künstlerischer Persönlichkeiten und agiler Vereinigungen von Kulturakteuren", würdigte Bruno Kämmerling, Geschäftsführer der Kulturstiftung, jeden einzelnen der vorgeschlagenen Künstler.
Die Jury bestand diesmal aus fünf Mitgliedern, anders als zur Preispremiere im Vorjahr. Das Urteil war zweigeteilt. Wegen der geraden Anzahl der Jurymitglieder entstand eine Patt-Situation.  Der Kulturpreis wurde kurzerhand zweigeteilt.
Diesmal hatten es die Kunsthistorikerin Petra Lange, die Geschäftsführerin von Kulturland-Brandenburg, Brigitte Faber-Schmidt, Anne von Fircks, Vorsitzende des für Kulturförderung zuständigen Ausschusses im Landkreis, Christian Kneisel, ehemaliger Intendant am Brandenburger Theater und Leiter der Kunsthalle Brennabor in der Havelstadt, und der frühere Landrat Burkhard Schröder, Mitglied im Kulturstiftungsrat, auch nicht unbedingt leicht. Aber sie hätten sich auf das Siegerpaar recht schnell einigen können, wie Anne von Fircks später sagte. Die Schaffenskraft des Paares und die Eindringlichkeit ihrer Kunst hätten sie fasziniert, so Jurorin von Fircks.
Im Jahr 2000 holte der Hamburger Künstler Gerhard Göschel die Kunst in das Dörfchen Galm, ein zauberhafter Flecken an der westlichen Grenze Brandenburgs zu Sachsen-Anhalt. Zwei Jahre zuvor hatte er mit seiner späteren Ehefrau Annette Göschel, damals noch Schlüter, ein altes Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert gekauft und renoviert. Auf dem sogenannten Dreiseitenhof finden nun regelmäßig Veranstaltungen statt, die Galmer Hofkultur war geboren. Später entstand eine "Kinderhofkultur", geschaffen von Annette Göschel, der die ästhetische Bildung junger Leute ein Herzensthema ist.
In Rathenow sind die künstlerischen Spuren des kreativen Paares kaum zu übersehen. Zwei von ihnen geschaffene Skulpturen winden sich, an Echsen erinnernd, an einem sanierten Plattenbau in der Innenstadt hinauf. Und am Platz der Freiheit unterstreicht das Objekt "Mündige Bürger" den Namen des Ortes. Das Ehepaar blickt auf zahlreiche Ausstellungen in der Berliner Zitadelle und der Kunsthalle Brennabor zurück.  Mehr Informationen dazu gibt es auf www.ggoeschel-art.de.
Annette und Gerhard Göschel haben den verschiedenen Formen der Kunst eine Heimat im Havelland gegeben, Ausstellungen, Tanzperformance, Theater, Musik, Video. Die Kulturstiftung Havelland würdigte dies mit dem diesjährigen Kulturpreis. Daneben wurden die Gewinner auch musikalisch gewürdigt. Ihnen zu Ehren trug Christian Kneisel, die von ihm komponierte "Festmusik für Annette und Gerhard Göschel" vor.
Musikalisch bot die Elektronikband POND ein mystisch anmutendes Lustwandeln durch die "Bilder einer Ausstellung", des Komponisten Modest Mussorgski. POND war die erste Gruppe in der DDR, die elektronische Instrumentalmusik live aufführte. Die auch als "Tangerine Dream des Ostens" bezeichnete Band, ist bis heute die erfolgreichste und populärste Gruppe dieser Musikrichtung in Ostdeutschland.