Auf Wikipedia ist den eiszeitlichen Hochgebieten der Region ein eigener Beitrag gewidmet. Detaillierter ging schon 2003 die Rathenower Historikerin Dr. Bettina Götze auf die Ländchen ein. Ihr Beitrag über die Entstehung der hiesigen Kulturlandschaft ist online in den Brandenburgischen Umweltberichten zu finden.
"Morphologisch, bodenkundlich und landschaftlich bildet das Havelland keine Einheit. Kleine inselförmige Diluvialplatten und weite Niederungsgebiete lösen einander häufig ab und prägen den Landschaftscharakter", so Götze. Diese Diluvialplatten entsprechen den Ländchen, die sich wie Inseln aus den Luchgebieten heraus heben. Die größten Diluvialinseln sind im westlichen Havelland das Ländchen Rhinow, das auch Nusswinkel genannte Ländchen Nennhausen sowie das Ländchen Friesack.
"Das Ländchen Rhinow liegt zwischen der Unteren Havelniederung, dem Unteren Rhinluch und dem Havelländischen Luch südlich von Rhinow", so Bettina Götze, die das Optik-Industrie-Museum in Rathenow leitet und Geschäftsführerin des Kulturzentrums ist. Sie fährt wissenschaftlich fort: "Die flachwellige Grundmoränenplatte ist gegen die sie umgebenen Niederungen scharf abgegrenzt. Im Norden der Diluvialinsel finden sich steilhangige Hügel der Endmoräne, im Westen Talsandinseln mit Dünen."
Über den Hohennauener-Ferchesarer See schreibt Götze, dass dieser ein Moränensee sei, während der Gülper See vermutlich aus einer riesigen Toteisscholle entstand, die sich im Untergrund der Niederung erhalten hatte und erst später abtaute. "Dieses nacheiszeitliche Landschaftsbild, welches die ersten hier siedelnden Menschen auf ihrem Zug nach Norden antrafen, wird teilweise noch heute vermittelt", so die Historikern.