Bestes Spätsommerwetter, Feierabend und Lust auf Bratwurst, Bier und ein Landespokalduell im Stadion am Vogelgesang? Das Angebot nahmen nur etwa  300 Zuschauer an. Sie sahen, wie der FSV Optik Rathenow gegen den favorisierten Cup-Verteidiger FSV Union Fürstenwalde früh in Führung ging, am Ende aber mit 1:6 unterlag.
 Da die Gäste am Samstag zuvor im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg spielen mussten, wurde die Partie gegen Rathenow auf Mittwoch verschoben. In der Regionalliga auf Platz 5 rangierend, stellen die Unioner aus Fürstenwalde momentan das Beste dar, was Brandenburg zu bieten hat. Gegen die Bundesliga-Wölfe hatten sie sich mit einem 1:4  mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. Man hätte annehmen können, dass Fürstenwalde dieses Spiel in den Knochen steckt.

Optik Rathenow zeigt sich mutig

Der FSV Optik, in  der Regionalliga auf Platz 18,  musste zwar auf den Langzeitverletzten Jerome Leroy und auch auf Emre Turan verzichten, fand dennoch eine schlagkräftige Aufstellung, die sich keineswegs nur hinten hinein stellen wollte. Die Kahlisch-Elf verdeutlichte schon der Anfangsphase, dass man auf Sieg will. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten: In der 10. Minute sorgte Leon Hellwig für Stimmung im Optik-Block. Sein Heber über Gästetorwart David Richter landete im Netz. Doch im Stile einer Top-Mannschaft gaben die Gäste etwa eine Minute später die prompte Antwort, ließen mit dem 1:1 die Freude bei den Einheimischen rasch wieder abklingen.
Es entwickelte sich ein munteres Pokalspiel. Die Gastgeber wollten weiter mithalten und Druck ausüben, arbeiteten sich immer wieder verheißungsvoll in den gegnerischen Strafraum. Es ergaben sich sogar Möglichkeiten, wie bei einem flachen Anspiel auf Michael Gorbunow, der freistehend vor dem Tor den Ball nicht richtig traf. Mitunter mangelte es an der nötigen Präzision und Routine im Zusammenspiel der Rathenower Mannschaftsteile.

Union Fürstenwalde ist zielstrebiger

Bei den Fürstenwaldern sah die Angriffsführung geradliniger aus, gerade im schnellen Umkehrspiel besaßen die Gäste deutliche Vorteile, weil der Ball auch über mehrere Stationen in ihren Reihen blieb. Bei den Platzherren wurde in einigen Situationen das Leder ohne große Not einfach weit nach vorn nur weggeschlagen, was prompt den nächsten Union-Angriff auslöste.
Als sich die ersten Fußballfans schon um Gedanken um ihre Pausenverpflegung machten, schlugen die Gäste eiskalt zu. In der 43. Minute ging es erneut über die schnellen Außen, die Hereingabe von rechts kam in die Mitte, wo Kemal Atici zum 2:1 abschloss.

Frühe Vorentscheidung im Landespokal-Duell

Natürlich wollten die Rathenower nach dem Wiederanpfiff möglichst rasch ausgleichen, Trainer Ingo Kahlisch brachte mit Jonathan Muiomo eine frische Kraft für die Optik-Offensive. Vielleicht waren die Gastgeber in dieser Phase eine Idee zu mutig. Die Gäste nutzen die sich bietenden Räume zur Vorentscheidung. In der 53. Minute traf Shoshi Arlind zum 3:1. Ehe sich die Optiker davon erholten, hieß es auch schon 4:1 (55.) für Union Fürstenwale, wobei der Schuss unglücklich abgefälscht wurde für Schlussmann Lucas Hiemann.
Damit war die Entscheidung gefallen, der Heimmannschaft war der Zahn gezogen. Union erhöhte noch relativ leicht bis zur 72. Minute auf 6:1, weil sie beim Abschluss auch das nötige Quäntchen Glück hatten, wenn abgefälschte Bälle im Optik-Kasten landeten.
Das deutliche Ergebnis spiegelte überthaupt nicht die wahre Spielstärke der Rathenower an diesem Abend wider. Keineswegs waren sie fünf Tore schlechter. Dass sie es besser können, dürfen sie bereits an diesem Sonntag (20. September/13.30 Uhr) unter Beweis stellen, dann kommt es in Fürstenwalde zum erneuten Vergleich beider Teams - diesmal in der Regionalliga Nordost.