Die Stadt Rathenow hat in einem Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) den Bedarf für die Ausweitung der bereitschaftsärztlichen Versorgung im Westhavelland zum Ausdruck gebracht.
Zur Begründung heißt es aus dem Rathaus: „Mit dem 1. November 2020 wurde der ärztliche Bereitschaftsdienst für Patientinnen und Patienten des Westhavellands wesentlich ungünstiger gestaltet. Die Kreisstadt Rathenow wurde durch den öffentlichen Aufgabenträger über diese Reduzierung der medizinischen Versorgung im Vorfeld nicht informiert.“

Nur noch ein diensthabender Bereitschaftsarzt

Künftig soll nur ein diensthabender Arzt in der Region Hausbesuche vornehmen. Alternativ stehe eine ärztliche Bereitschaftspraxis der Havelland-Kliniken GmbH in Nauen zur Verfügung. „Ich möchte dringend darauf hinweisen, dass dieses Angebot dem Bedarf, der sich auch aus der demografischen Struktur der Bevölkerung ergibt, realistisch betrachtet nicht decken kann“, so Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) in dem Schreiben.

Bereitschaftspraxen für viele Ältere schwer zu erreichen

Viele ältere Bürger seien nur eingeschränkt mobil. Ohne ein eigenes Fahrzeug könnten der Klinikstandort Nauen und das Städtische Klinikum in Brandenburg an der Havel in den Abendstunden nicht erreicht werden, so der Bürgermeister weiter.
Die von der KVBB betriebene Bereitschaftspraxis in Nauen eröffnete am Mittwoch als die 18. ihrer Art im Land Brandenburg. Die Praxis in Brandenburg an der Havel besteht schon seit Jahren.

Bereitschaftspraxis für Rathenow nicht in Planung

Im Mittelzentrum Rathenow müsse die medizinische Versorgung bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen außerhalb der üblichen Sprechzeiten von Arztpraxen für alle Einwohner und für die umliegenden Gemeinden garantiert sein, fordert Seeger.
Eine Bereitschaftspraxis am Standort der Havelland-Kliniken in der Kreisstadt Rathenow könnte augenscheinlich die Lösung sein. Das ist aber für die KVBB aktuell kein Thema, obgleich die Havelland-Kliniken-Unternehmensgruppe das unterstützen würde, wie Geschäftsführer Jörg Grigoleit kürzlich betonte.