Zwei Apps, Greta und Starks, ermöglichen den vollen Kino-Genuss. Seneit Debese, Geschäftsführerin der Berliner Firma Greta und Starks, war am Dienstag nach Rathenow gekommen, um ihre Apps im Rahmen der Woche des Sehens im Haveltorkino vorzustellen.
Debese hatte vor ein paar Jahren eine Dokumentation über eine blinde Frau gedreht und dabei erfahren, dass diese gern ins Kino gehen würde. Das Konzept der Audiodeskription, bei dem in den Dialogpausen kurz die Szenen beschrieben werden, gab es zwar schon. Die Filme wurden aber in Kinos höchstens in Sondervorstellungen gezeigt. Untertitel sind allenfalls auf DVDs zu finden oder, selten, im Fernsehen.
Seneit Debese dachte sich, das müsse doch heutzutage in unserer hochtechnisierten Welt zu lösen sein und begann die Idee, Apps für diesen Zweck zu entwickeln, zu verfolgen. Inzwischen sind die beiden Apps sowohl im Google Playstore für Smartphones mit Android-Betriebssystem als auch im AppStore für Apple-Geräte kostenlos erhältlich.
Sie ermöglichen es, ganz normale Kinofilme zu genießen. Greta liefert über den Kopfhörer des Smartphones eine Audiodeskription. Diese muss man vor dem Kinobesuch via App herunter laden. Im Kino startet man die App auf seinem Telefon. Läuft der Film dann, synchronisiert die App automatisch die Audiodeskription. Funktioniert übrigens auch mit DVDs und Filmen im Fernsehen. Ähnlich mit der App Starks, hier sind die Untertitel auf dem Smartphone zu lesen. Mehr Infos auf www.gretaundstarks.de.
Wie gut die Apps funktionieren, davon überzeugten sich am Dienstag nicht nur die Mitglieder des westhavelländischen Blinden- und Sehbehindertenverbands, sondern auch viele Schüler des Jahngymnasiums und der Duncker-Oberschule, die sich im Rahmen der Woche des Sehens mit dem Thema Blindsein auseinandersetzen. Gezeigt wurde der Film "Die Sprache des Herzens", in dem sich eine Nonne einem taub-stummen Mädchen annimmt. Erst durch die geduldige, aber auch oft frustrierende Arbeit gelingt es der Nonne, dem wilden Mädchen einen Kontakt zur Außenwelt zu ermöglichen. Die Geschichte basiert auf einem realen Fall in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts.