Für die Gründung eines Ortes im neu eroberten Land benötigten die Kolonisatoren fähige und willige Menschen. Diese aus dem eigenen, bereits bestehenden Herrschaftsbereich umzusiedeln war in der Zeit des Mittelalters durchaus üblich und hatte für die Herrschenden einige Vorteile. Kamen doch nun gottesfürchtige und damit leicht lenkbare Untertanen ins weitestgehend noch heidnische Land. Darüber hinaus konnten die Herrn diesen Untertanen auf Grund ihrer Rechtslosigkeit und Abhängigkeit nach Belieben Vorgaben und Auflagen machen und diese grundlos wieder ändern.
Das Instrument für die Beherrschung Vieler durch nur Wenige nennt man Ständeordnung. Ein System, das über Jahrhunderte, aus dem Mittelalter bis in die Neuzeit des 18. Jahrhunderts und teilweise darüber hinaus, erfolgreich und damit zum Wohle der Herrschenden angewendet wurde.
Dazu muss man wissen, dass der zu der Zeit gesellschaftlich dominierende ländliche Bereich durch drei stark voneinander abgegrenzte Stände geprägt wurde. Der Fernsehjournalist Mirko Drotschmann beschreibt die mittelalterliche Situation in einem seiner Beiträge in der Reihe "MrWissen2Go" sinngemäß wie folgt: "Zu dem obersten Stand, dem Klerus, zählten Bischöfe, Pfarrer Mönche und Nonnen. Den mittleren Stand bildeten der Adel, Fürsten, Grafen und die Ritter. Die Bauern und Handwerker gehörten zum untersten und dem vergleichsweise größten Stand."
Die einzelnen Stände unterschieden sich stark durch ihre Pflichten und Rechte. So gab der Klerus den Menschen vor, wie sie zu leben hatten, damit es ihnen nach dem Tode gut erging. Das war diesen damals sehr wichtig. In der Folge wurde das, was der Klerus verkündet, besonders für die unterste Schicht zum Gesetz ihres täglichen Handelns.
Der Adel hingegen schützte die Menschen seines Einflussbereichs, und dadurch freilich sich selbst, vor feindlichen Übergriffen. Dazu stellte er bei kriegerischen Auseinandersetzungen Streitkräfte und zog selbst als Ritter für den Landesherren oder König in den Krieg. Für seine Dienste erhielt er  Ländereien, einschließlich allem lebenden und toten Inventar, auf Lebenszeit als Lehen übergeben. Mit dieser Verpachtung wurden oft besondere Auflagen des Lehensnehmers gegenüber seinem Lehensgeber vereinbart und mit Treuegelübten beschworen. Bei Zuwiderhandlungen drohte der Entzug des Lehens.
Der unterste Stand hingegen hatte mit seiner Arbeit dafür zu sorgen, dass die Mitglieder der oberen beiden Gesellschaftsschichten ein gutes Leben führen konnten. Dazu arbeiteten die Bauern und ihre Familien als Unfreie oder Pächter auf dem Land, das der adlige Herr zum Lehen erhalten hatte.
Dennoch gab es zwischen diesen und dem sie nährenden Stand unüberwindbare Grenzen. So konnten die Menschen im dritten Stand, auch als Nährstand bezeichnet, selbst wenn sie fleißig und intelligent, ja sogar reich waren, nicht ihren Stand wechseln. Dagegen war ein Wechsel vom zweiten in den ersten Stand, so man sich dazu entschied, ein Leben lang Gott und der Kirche dienen zu wollen, ins Kloster zu gehen oder ein Pfarrer zu werden, gängige Praxis.
Das bäuerliche Leben hingegen bestand aus permanenter Entbehrung und täglich schwerer Arbeit. Selbst die Kinder der Bauern waren davon nicht ausgeschlossen und mussten von Kindesbeinen an für den kargen Lebensunterhalt der Familie mit beitragen.
An eine Schulbildung, gar Schulpflicht, war auf dem Lande erst ab dem 18. Jahrhundert zu denken. Damit fehlte es den Bauernkindern an elementarster Bildung, womit ihnen jegliche Chancen zum Aufstieg in die nächst höheren Stände ohnehin versagt blieben.
Durch die Machtposition des Adels und Klerus als die besitzende Gesellschaftsschicht konnten diese von den landlosen Bauern verlangen, was sie wollten. So waren Bauern und ihre Familien dem adligen Landbesitzer auch dahingehend untertan, dass sie ohne seine Zustimmung weder den Ort verlassen noch eine Person ihrer Wahl ehelichen durften. Sie galten zu jener Zeit ohnehin als vollkommen macht- und rechtlos gegenüber ihrem Herren.
Lehnte ein Bauer Forderungen der Herrschenden ab, dann wurden die Lebensbedingungen für ihn und seine Familie schnell lebensbedrohlich. Zumal man ihm das verpachtete Land und die Tiere, seine einzige Lebensgrundlage, wegnehmen oder ihn zu Kerkerhaft oder gar zum Tod verurteilen konnte. Folglich ging es für diese bäuerlichen Familien damals nicht darum zu leben, sondern ums Überleben.
Die Ständegesellschaft, war sie auch noch so ungerecht, galt über Jahrhunderte als ein durchaus stabiles, wie auch starres System, welches das Zusammenleben der Menschen, besonders zum Vorteil der Oberschicht festschrieb. Damit hatten diese an einer Veränderung der gesellschaftlichen Situation auch überhaupt kein Interesse.
Darüber hinaus gab es in der Region merkliche Unterschiede zwischen neuangesiedelten Bauern und unterworfenen Wenden. Der Böhner Kantor Meyer schreibt hierzu in seinen vor etwa 150 Jahren verfassten Aufzeichnungen: "Man ließ die ortsansässigen Wenden wohnen, gönnte ihnen auch einen Teil des Ertrages der Scholle, die sie bebauten, aber nahm ihnen den Vollbesitz. Sie wurden [damit] erbuntertänig und tributpflichtig. Das heißt ihr Los war [es fortan] das Feld, was sie vormals als Eigentum besessen hatten, nunmehr als leibeigene Sklaven zu bebauen. Das war hart, aber Kriegesbrauch. Ferner: Da der Wende kein eigentliches Eigentum mehr hatte, [war er] auch kein freier Mann mehr. So durfte er auch kein Schwert führen, hatte kein Stimmrecht und war wehr- sowie rechtslos.  […] Um ihm den letzten Rest seiner früheren Stammeseigentümlichkeiten zu nehmen, nötigte man ihn, Bürger im Gottesreich zu werden, das Christentum anzunehmen."
Weite Teile des Elb-Havel-Winkels gehörten ab Mitte des 12. Jahrhunderts zum Erzstift Magdeburg. Das war der weltliche Besitz des Erzbischofs. 1160, so Historiker Wolfram Bleis, nahm Wichmann von Magdeburg (1116-1192) französische und flämische Umsiedler, die etwa durch Naturkatastrophen oder anderes Ungemach ihre Heimat verloren hatten, gerne hier auf.
Wie es seitens des Geschichtsfreunds heißt, wurden Wichmanns Aktivitäten begünstigt durch gute Kontakte zu den Bischöfen in Utrecht, Lüttich, Cambrai, Tourmai und Arras. Die Ortsgründung von Kamern, Rehberg, Molkenberg, Wudicke, Marquede, Nitzahn und weitere Ansiedlungen im Elb-Havel-Winkel weisen auf entsprechende Siedlungsaktivitäten hin. Bei Meyer heißt es: "Und er gewährte ihnen für ihre Ansiedlung äußerst günstige Bedingungen. Gegen ganz geringen Zins und Dienst erhielten sie wüste Ländereien. Da blühte dann alsbald neues reges Leben auf. Sie entwässerten sumpfige Gegenden, dämmten Flüsse ein, rodeten Wald. Auf dem so gewonnenen Terrain erblühten stattliche Dörfer und Städte. […] Für ihre Bauten führten sie den bisher hier noch nicht gekannten Backsteinbau ein. [So waren] die Bewohner unserer Region damals teils Burgmann, teils ritterliche deutsche Herren, teils freie Kolonisten und teils erbuntertänige Wenden."