Offenbar bibelfest ist Heinz-Walter Knackmuß. Der Gründungsvorsitzende des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche bemüht ein Zitat aus dem Alten Testament, um seine Sicht der Dinge nach einem Einbruch ins Gotteshaus zu illustrieren: „Zwar gedachtet ihr mir Böses zu tun, aber Gott hat es zum Guten gewendet“. (1. Mose 50,20)
Was war geschehen? In der Nacht zum 9. September waren Einbrecher in die Kirche eingestiegen und hatten die Kassen geleert. Knackmuß vermutet, dass die Täter auf die Andreaskapelle gestiegen waren und durch das Fenster „Gott ist Liebe“ eindrangen, das zerstört wurde. Sodann scheint es, dass sie sich durch das Fenster abgeseilten und dabei die Oberkante des Gemäldes „Simeon mit dem Kinde“ als Tritthilfe benutzten, was das Gemälde zum Absturz brachte und es arg beschädigte.

Gemälde 1779 erhalten

Dieses Altarbild habe der Hofmaler Friedrichs II., Prof. Bernhard Rode, 1779 der Kirchengemeinde geschenkt, so Knackmuß. Es stelle den Greis Simeon dar, der Jesus auf seinen Händen hält. Die dazu gehörige Geschichte stehe im Neuen Testament bei Lukas 2, 25-38.
Die Diebe hätten alle Kassen aufgebrochen und das Geld gestohlen. Die Kirchenmodelle, die als Spendenbehälter dienten, wurden zerstört. Peter Kurth hat die Modelle inzwischen wieder repariert, Pfarrer Buchholz ließ den zerstörten Opferstock erneuern. Das Gemälde hätte sowieso eine Restaurierung nötig gehabt. Allerdings konnte die Gemeinde die Kosten dafür bislang nicht aufbringen.

Restaurierung auf Versicherungskosten

„So müssen wir dem Dieb dankbar sein“, so Knackmuß augenzwinkernd und zitiert aus dem 1. Buch Mose: „Zwar gedachtet ihr mir Böses zu tun, aber Gott hat es zum Guten gewendet“.   Denn die Versicherung kam für den Schaden auf, die Reparatur bzw. Restaurierung übernahm die Berliner Expertin Annett Xenia Schulz.
Am 23. September kam „Simeon mit dem Kinde“ zurück in die Kirche. Das vormals etwas heruntergekommene Gemälde strahle nun wieder in neuem Glanz, so Knackmuß. „Es ist ein grandioser Anblick. Die Farben leuchten wieder in alter Pracht.“ Die von der Versicherung getragenen Kosten für die Restaurierung beliefen sich auf 12.295,58 Euro.

Wieder zu sehen in der Kirche

Wer das Gemälde sehen will, kann es sich montags bis freitags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr ansehen, wenn die Sankt-Marien-Andreas-Kirche für Besucher geöffnet ist. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist das zwischen 14.00 und 16.00 Uhr möglich. Mehr Informationen gibt es hier.