Kurzzeitig sah es für das Westhavelland danach aus, als würden Züge von und nach Berlin ab 2021 öfter fahren. Dazu kommt es aber nicht, wie der Landtagsabgeordnete Christian Görke (Die Linke) informiert.
Er kritisiert die Entscheidung der Landesregierung, die geforderte Verlängerung der RB 13 (Berlin-Jungfernheide nach Wustermark) bis nach Rathenow nicht beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zu bestellen.

Kein Halbstundentakt für Berufspendler

„Diese Entscheidung ist geprägt von Arroganz gegenüber den Berufspendlern und anderen Fahrgästen aus der Region Westhavelland. Während auf anderen Linien ein 20-Minuten-Takt bedient bzw. vorbereitet wird, bleibt den Reisenden aus dem Westhavelland von Rathenow über Nennhausen bis Buschow selbst ein Halbstunden-Takt in den Hauptverkehrszeiten weiterhin vorenthalten“, so Görke, ein gebürtiger Rathenower.
Für ihn sei das völlig unverständlich auch vor dem Hintergrund, dass bestehende Hürden für eine Taktverdichtung in den letzten Monaten aus dem Weg geräumt worden seien. Er verweist etwa darauf, dass in den letzten Monaten durch die DB Netz freie Zeitfenster für die Nutzung des Streckenabschnitts zwischen Rathenow und Wustermark ebenso gefunden wurden wie zusätzliche Waggonkapazitäten.

Verlängerung kostet pro Jahr 750.000 Euro

Laut dem Landtagsmitglied, bis Ende 2019 war Görke brandenburgischer Finanzminister, könne es auch nicht an fehlendem Geld liegen. Die Kenia-Koalition wolle sich in Jahresfrist ein zusätzliches Budget von rund 5,9 Milliarden Euro durch Kreditaufnahmen und Sondervermögen schaffen, während die Kosten für die Verlängerung der RB 13 von Berlin-Jungfernheide nach Wustermark bis Rathenow lediglich mit 750.000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen würde, so der Linke-Politiker.
„Ich frage mich allen Ernstes, wie man mit dieser stümperhaften Verkehrspolitik eine Verkehrswende in Brandenburg erreichen möchte. Ich fordere die Landesregierung auf, diese Fehlentscheidung umgehend zu korrigieren und die Taktverdichtung zwischen Berlin und Rathenow unverzüglich beim VBB zu bestellen, damit sich ab Dezember fahrplanwirksam werden kann “, so Görke.