"Wir haben 2009 die ehemalige alte Schmiede in Gülpe gekauft und nach dem Umbau zu Atelier und Pension im Jahr 2011 eröffnet", erzählt Jordis Hammer. Seit dem gibt die Malerin in ihrer "Kreativoase" Malkurse, organisiert Pleinairs mit Malerfreunden, wie der KünstlerGruppe Altmark, zu denen die westhavelländische Landschaft in Bildern festgehalten wird. In den letzten Jahren sind unter den Pensionsgästen auch viele Astronomiefreunde, die den Sternenpark Westhavelland besuchen. Durch die Corona-Maßnahmen fielen bisher nicht nur die Kunstkurse aus. Auch die Pensionsgäste blieben aus. "Die beantragten Soforthilfen wurden durch das Land nur teilweise bewilligt", so Hammer.
Mehr Glück hatte die Künstlerin mit ihrer Ausstellung in Rathenow. Die für ab 7. Mai geplante Schau "Szenen – Watercolours Aquarelle & Mischtechniken" verschob sich wegen Corona nur um eine Woche. In knapp 90 Bildern kann man im Foyer und im ersten Obergeschoss des Hauses bis 19. Juni Jordis Hammers Blick auf Szenen der Natur ihrer westhavelländischen  Wahlheimat nachvollziehen - montags bis freitags zwischen 11.00 und 17.00 Uhr. Auch wie sie belebte Straßen von Metropolen wie Berlin, Prag oder Wien wahrnimmt. Viele ihrer Werke zeigen auch Orte ihrer früheren thüringischen Heimat.
Einige Bilder entstanden in Vorbereitung auf die Ausstellung. So auch das 270 mal 120 Zentimeter große Diptychon "Fischers Boote" in Acrylmischtechnik mit Sumpfkalk, Gage, Beize und Pigmenten, die Jordis Hammer selbst mischt.
Mit der Malerei beschäftigt hat sich Jordis Hammer bereits in der Schulzeit. In der 7. Klasse gewann sie erstmals einen Preis für eine Grafik. Heute malt Hammer unter anderem Aquarelle. "Sie entstehen auf der Grundlage von Skizzen vor Ort. Ob in der Natur des Westhavellandes oder während Städtereisen habe ich meinen Koffer mit den Malsachen dabei. Ich sitze vor Ort und male meine Bilder", schildert die freischaffende Künstlerin. "Immer wieder entstehen auf Grundlage der Aquarelle auch Bilder in Acryl oder in Mischtechnik mit Acrylfarbe und Sumpfkalk oder Marmormehl."
Ihre Sicht und die künstlerische Umsetzung kommen bei den Ausstellungsbesuchern offenbar sehr gut an. "Wir schauen uns die Ausstellungen hier im KuZ regelmäßig an", so die Rathenowerin Helga Peipe, die Jordis Hammers Schau mit ihrer Freundin besuchte. "Diese Ausstellung hier ist einfach klasse. Es sind tolle Arbeiten, tolle Aquarelle und tolle Motive. Wir sind einfach begeistert." Beide wollen nun die "Kreativoase" an den Tagen des offenen Ateliers besuchen, die coronabedingt auf Ende Oktober verlegt wurden.
Jordis Hammer betreibt, gemeinsam mit Ute Arndt, Annelie Knobloch und Ina Höffler das "Offene Atelier im Kulturzentrum". An der Volkshochschule gibt sie Kurse in Aquarellmalerei. Sie engagiert sich auch im Förderverein des hiesigen Sternenparks.