Mit ihrer mehrstündigen Aktion erzwangen die Belagerer schließlich den Zugang zum Gebäude in der Wilhelm-Pieck-Straße 46, heute Berliner Straße 46. Gegen 18.15 Uhr betraten sie gemeinsam mit zwei Staatsanwälten die Büros der MfS-Mitarbeiter und versiegelten Aktenschränke. Am gleichen Tag wurden auch das Archiv in der SED-Kreisleitung, das Kreisarchiv sowie zwei "geheime" Räume in der Hauptpost gesichert.
"Diese Begehung/Besetzung einer Kreisdienststelle des MfS war die DDR-weit erste Aktion dieser Art", so Maria Nooke, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, in ihrer Einführung zur Veranstaltung. "Damit waren die Rathenower noch ein paar Minuten früher dran, als die Erfurter, die an diesem Tag in ihrer Stadt eine erste MfS-Bezirksdienststelle besetzten."
Anschließend berichteten Eva Fuchslocher und Stefanie Wahl erstmals aus ihren Forschungsergebnissen. Beide arbeiteten unter anderem Berichte der MfS-Bezirksverwaltung Potsdam auf, die zwischen  Mai und Dezember 1989 verfasst wurden. Sie schilderten vor dem Hintergrund der allgemeinen politischen Lage speziell jene Berichte, die aus der Kreisdienststelle Rathenow stammten.
Im anschließenden Podiumsgespräch erinnerten sich Uta Leichsenring, 1990 Beauftragte zur Überwachung der MfS-Akten in der Bezirksverwaltung Potsdam, Amkelina Kegel, damals Mitinitiatorin der Rathenower Aktion, sowie Matthias Kegel, einer der damals beteiligten Staatsanwälte, an die bewegenden und für den Staatsapparat "unglaublich staatsfeindlichen" Ereignisse. CDU-Kreissekretär Rolf Schwieger, LDPD-Vertreter Jürgen Goulbier und Neues-Forum-Sprecher Jürgen Sebastian hatten Anzeige wegen "Verdunklungsgefahren, Vernichtung von Beweismaterial..." verfasst und eine gemeinsame Sicherung der MfS-Kreisdienststelle durch Polizei, Justiz und unabhängige Bürger gefordert.
Der 4. Dezember ist nicht nur wegen der Aktion in Rathenow ein bedeutender Tag im Leben von Matthias Kegel. Denn alle Jahre am 4. Dezember feiert er seinen Geburtstag. Aber 1989 gab es für ihn wichtigeres zu tun.
Zu Beginn seines Jura-Studiums in Jena (1985) sei er "gläubiger Marxist", gewesen, so Kegel. Nach Abschluss war er am 1. September 1989 als frischer Staatsanwalt nach Rathenow gekommen. Heute ist er Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg. "Als morgens am 4. Dezember  Bürger vor unserer Dienststelle standen, waren Kreisstaatsanwalt Püschel und ich, vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse der letzten Wochen und Tage, uns einig, dass etwas geschehen musste. Also suchten wir nach einer Rechtsgrundlage gegenüber der MfS-Dienststelle, um Akten zu sichern. Allerdings waren die meisten Schränke leer."
Die meisten Akten wurden bis zum frühen Abend eilig geschreddert. Im Keller fanden die Bürger abends neben dem Reißwolf 18 mit geschredderten Akten gefüllte Plastiksäcke und einige tausend leere Aktenhefter.