Eine Viertelstunde lang war es eine hochinteressante Partie. Ein guter Torwart Lucas Hiemann, der als einziger Akteur der Gastgeber starke Form zeigte, verhinderte mit drei tollen Paraden einen frühen Rückstand. In dieser Phase wurde die unkonzentrierte Leistung der Platzherren noch durch Gegenangriffe kaschiert, bei denen Jonathan Muiomo zweimal aussichtsreich vergab.
Danach ging es recht schnell und für die Sachsen auch recht einfach. Das ein Torjäger wie Marc-Philipp Zimmermann (18.) trifft, muss vielleicht noch einkalkuliert werden. Das aber ein einfacher Ballverlust im Mittelfeld ausreicht, Thomas Stock (34.) das Durchlaufen und Einschieben zu ermöglichen, darf einfach nicht passieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Optik-Elf gerade wechseln müssen, Glodi Zingu verletzte sich am rechten Fuß. Kurz vor der Halbzeit vergab Muiomo nochmals freistehend.
Zur Pause tauschte Ingo Kahlisch zwei weitere Male. Was immer sich die Mannschaft in der Kabine vorgenommen hatte, nach fünf Minuten war es Makulatur. Der 17-jährige Yannic Voigt schlenzte ohne jedwede Gegenwehr der gastgebenden Defensive ins Tor zum 3:0. Merkwürdigerweise wachten die Gastgeber jetzt auf. Caner Özcin traf aus spitzem Winkel erst zum 1:3 und vier Minuten später nach einer Ecke per Kopf zum Anschluss.  Dachten jedenfalls die 300 Zuschauer, aber Schiedsrichter Denis Waegert, dem es eigentlich nie gelang, Ruhe ins Spiel zu bekommen, erkannte auf Stürmerfoul.
Trotzdem blieben die Havelländer nun am Drücker. Nun gelangen auch Direktkombinationen, manches Mal fehlte auch etwas das Schussglück. Nach 77 Minuten war es weniger das Glück, als der Mut, der dem Unparteiischen fehlte. Nach einem Handspiel im VfB-Strafraum zögerte er kurz, entschied sich dann dafür, keinen Elfmeter zu pfeifen. Bei einer ähnlichen Aktion kurz darauf auf der Gegenseite gab es den Pfiff. Knapp außerhalb des Sechzehners, doch Marcel Schlosser nutzte das zu einem wunderschönen Freistoßtreffer zum 4:1-Endstand.
VfB-Coach Sven Köhler meinte zum Spiel: "Es war wichtig, nach der emotionalen Partie gegen den Chemnitzer FC leistungsmäßig nachlegen zu können. In einer von uns sehr, sehr ordentlichen ersten Halbzeit haben wir verdient mit 2:0 geführt. Als wir Rathenow gefühlt den Zahn gezogen hatten, wurde es, so komisch es klingt, bis zu Schlossers Freistoß ein ganz, ganz enges Ding. So war meiner Meinung nach das Ergebnis am Ende klarer als das Spiel."
Ingo Kahlisch: "Heute bin nicht nur ich, sondern alle, die zum FSV Optik stehen, maßlos enttäuscht. Da sprechen wir die ganze Woche bestimmte Dinge regelmäßig an, und dann so etwas. So kannst du dich in der Regionalliga nicht präsentieren. Nach solch einer Hälfte, da kannst du kämpfen wie du willst... Wir müssen es jetzt hinkriegen, dass alle von der ersten Minute an auf dem Trapez sind, in der zweiten Halbzeit war die Einstellung doch in Ordnung."
Eine Chance zur Rehabilitierung haben die Optik-Fußballer bereits an diesem Mittwoch (2. September). Am vierten Spieltag gastieren die Rathenower beim Germania Halberstadt, die ebenfalls noch ohne Punktgewinn sind,
FSV Optik: Hiemann - Techie-Menson, Turan (V), Drame, Zingu (33. Wilcke) - Hellwig (71. Gustavus), Langner - Muiomo (46. Özcin), Köhler, Karupovic (46. Polichronakis) - Will (71. Gorbunow).