Mit den Vorbereitungen wurde bereits begonnen. Chöre aus ganz Brandenburg sollen ins westhavelländische Dorf kommen, um die "Märkische Heide" und andere Lieder singen, die der Mark gewidmet sind, wie zum Beispiel "Jetzt geht's ins Märkerland" oder "Mein Märkerland". Werner Bader, Vorsitzender des Kulturfördervereins will auch brandenburgische Vertreter aus Kultur, Sozialem, Wirtschaft und Politik nach Görne einladen.
Görne soll der Feiertag im Grafenstall mit der Eröffnung der Ausstellung "90 Jahre Märkische Landeshymne" beginnen. Einige Stunden zuvor ist aber eine Kranzniederlegung am Denkmal von Gustav Büchsenschütz, dem Schöpfer der "Märkischen Heide", in Wolfslake (Neufehlevanz/Landkreis Oberhavel) geplant. Dass der Himmelfahrtstag für das Fest ausgewählt wurde, hat einen guten Grund.
Im Jahr 1923 fiel Christi Himmelfahrt auf den 10. Mai. Genau an diesem Tag ist die von Gustav Büchsenschütz gedichtete und komponierte Hymne das erste mal erklungen. Büchsenschütz, der damals als junger Wanderbursche mit einer Gruppe auf Fahrt war und mit ihr in einer kleinen Kate in Wolfslake übernachtete, hat zwar das Lied angestimmt und mit seiner Laute begleitet, aber wer der Urheber ist, das hat er verschwiegen. Er wollte erst einmal herausfinden, wie das Lied seinen Wandergefährten gefiel. Das Lied kam an bei der Gruppe und wurde von da an immer wieder gesungen an Himmelfahrtstagen. Die "Märkische Heide" wurde schnell beliebt im Land mit dem rote Adler als Wappentier. Ein Hit, würde man heute sagen.Auch Werner Bader hat schon als Junge die "Märkische Heide" gesungen. Das Lied hat ihn in verschiedener Weise durch sein Leben begleitet. Für ihn bedeuten die sechs Strophen auch ein Stück Heimat.
Als Bader nach dem Zweiten Weltkrieg für die Deutsche Welle arbeitete, flog er eines schönen Tages nach Berlin, um Gustav Büchsenschütz zu interviewen. Bei diesem Treffen ist es nicht geblieben. Ihre Lebenswege kreuzten sich öfter bis 1989. Nach der politischen Wende entdeckten die Märker ihre Hymne wieder. In seinem Buch "Steige hoch, du roter Adler", das inzwischen in vierter Auflage erschienen ist, schildert Werner Bader anschaulich, wie Büchsenschütz dazu kam, das Lied zu schreiben, erzählt Geschichten und wie "der rote Adler als Lied auch über Grenzen geflogen ist".
Wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag, am 9. Februar 1996, ist Gustav Büchsenschütz gestorben. Seinen künstlerischen Nachlass verwaltet Werner Bader.