Insgesamt fast 550.000 Soldaten, Offiziere und Angehörige sowie militärisches Gerät mit einem Gesamtgewicht von knapp drei Millionen Tonnen hatten in den fast vier Jahren zuvor Ostdeutschland verlassen. Den Abzug geleitet hatte Generaloberst Matwei Prokopjewitsch Burlakow (1935-2011). Er war der letzte Oberkommandierende der in Deutschland stationierten Truppen. Erster Chef war Georgi Konstantinowitsch Schukow (1896-1974) gewesen, zuletzt im Rang eines Marschalls der Sowjetunion.
Der Abzug der Westtruppen brachte auch in Rathenow teils erhebliche Veränderungen mit sich. "Aus dem ehemaligen Reparaturstützpunkt Heidefeld mit insgesamt 54 Hektar Fläche wurde ein Gewerbegebiet. Zirka die Hälfte der Fläche sind Grünbereich. Die damaligen Wohnblöcke und Stadtquartiere der Offiziere in Rathenow-Nord sowie die Kasernen im Bereich der Bahnhofstraße wurden in Wohnungen umgewandelt. Die ehemalige GUS-Schule im Friedrich-Ebert-Ring wurde zur Jahn-Grundschule entwickelt. Auf der Fläche eines ehemaligen Tanklagers in Rathenow-Nord entstand eine Photovoltaik-Anlage", so Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) zum Auftakt des Konversionssommers 2019.
Als Veranstaltungsort hatte sich das Forum für Konversion und Stadtentwicklung im Land Brandenburg (Fokus) die frühere Kraftfahrerkaserne in der Rudolf-Breitscheid-Straße gewählt. Eine Umnutzung (Konversion) ist dort noch nicht erfolgt. Das Objekt steht seit 25 Jahren leer, ebenso wie die ehemalige Mot.-Schützenkaserne.
In der Veranstaltung in Rathenow hatte Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der Brandenburgische Boden GmbH (BBG), signalisiert, dass die BBG voraussichtlich Ende dieses Jahres ein Angebotsverfahren für beide Liegenschaften mit einer Gesamtfläche von 7 bzw.  5 Hektar eröffnen wolle. Es ist eine wesentliche Aufgabe der 1994 gegründeten landeseigenen BBG, ehemalige Militärkomplexe wieder einer zivilen Nutzung zuzuführen.