Am 19. Juni veranstaltete der Rathenower Segler-Club auf dem Hohennauener See vor Semlin die Kreismeisterschaft für die Seglerinnen und Segler der Region.

Tücken mit dem Wetter

Segelregatten sind nicht nur ein Kräftemessen der Seglerinnen und Segler untereinander, sondern oft auch ein Kräftemessen mit Wind und Wetter. Genau das war auch an jenem Wochenende der Fall. Der Wetterbericht hatte Hitze und schwachen Wind vorausgesagt. Das hielt jedoch weder die vier gemeldeten Kinder mit ihren Optimist- noch die sechs Jugendlichen mit ihren Laser-Jollen vom Segeln ab. Hinzu gesellten sich Senioren mit insgesamt ebenfalls sechs Booten verschiedener Bootsklassen. Es wurden drei aufeinanderfolgende Wettfahrten im Dreieckskurs ausgesegelt.

Verkürzung der Wettfahrten

Bei Temperaturen von 34 °C war die Regatta nicht nur für die Aktiven, sondern auch für das Schiedsgericht und die Wettfahrtleitung eine Herausforderung. Während die erste Wettfahrt über den kurz ausgelegten Kurs bei 6 Knoten Wind nur gut eine halbe Stunde dauerte, wurde die zweite zur Geduldsprobe. Die Wettfahrtleitung hatte den Kurs eingedenk der zügigen ersten Wettfahrt verlängert, konnte aber den bald nach dem Start deutlich abflauenden Wind nicht vorhersehen. Nach einer Stunde hatten sich die Boote so auf dem Kurs verteilt, dass eine regelkonforme Bahnverkürzung gesetzt werden konnte, die als Alternative zu einem Abbruch ein Ergebnis sicherte und den Seglerinnen und Seglern Zeit für etwas Abkühlung mit dem zum Glück noch kühlen Nass des Sees gab. Die dritte Wettfahrt konnte bei weiter abflauendem Wind um einen noch einmal deutlich verkleinerten Kurs vor dem Einsetzen der vollkommenen Flaute ausgesegelt werden.

Hauchdünne Entscheidungen

Bei der Ermittlung der Platzierungen wurde für die Laser-Jollen und die Seniorenboote jeweils separat das Yardsticksystem angewandt, ein Handicap-System, bei dem die für jeden Lauf benötigte Zeit mit einem bootstypischen Faktor verrechnet wird. Die berechnete Zeit bildet die Grundlage der Wertung. So können verschiedene Bootsklassen miteinander verglichen werden. Einerseits zwei verschiedene Typen Laser-Jollen sowie andererseits O-, Ixylon- und H-Jollen beziehungsweise Jollenkreuzer. Zum Teil ergaben sich bei den Platzierungen nur hauchdünne Unterschiede der Zeiten, und eine Punktgleichheit musste aufgelöst werden.

Falkes bei den Optimisten vorn

Bei den Kindern in der Bootsklasse Optimist gewann Alma Falke vor ihrer Schwester Greta sowie Nele Homuth und Gustav Hinneburg, alle vom Rathenower Wassersportverein Segeln 1922 (RWS). Bei den Laserjollen siegte Nele Falke vor Kajsa-Ida Dech, beide Rathenower Segler-Club (RSC) und Leo Hinneburg (RWS). Bei den Senioren gab es folgende Platzierungen: Matthias Schmidt (RWS) gewann mit seiner O-Jolle vor Gunnar Niemann (RSC), der ebenfalls eine O-Jolle segelte, und der Mannschaft Jens Krumrei mit Dr. Henning Schelle (beide RSC), die einen 15 m²-Jollenkreuzer segelten.